Einladung zur 2. Ringvorlesung

 Nach dem erfolgreichen Auftakt der Reihe Medien - Macht - Gesellschaft laden die Universität Magdeburg und die Universität der Bundeswehr München zur nächsten Vorlesung am Donnerstag, dem 01. Dezember 2005, 17.30 Uhr, ein. Professor Werner Sesink, TU Darmstadt, spricht zum Thema "In höchster Auflösung … Das Abstraktionspotenzial synthetischer Medien. Bildungstheoretische Gedanken zur Emanzipation". Die Veranstaltung findet im Gebäude 26.1, Raum 010, Universitätscampus (gegenüber Universitätsbibliothek) statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Der Referent wird in seinem Vortrag bildungstheoretische Gedanken diskutieren und aus philosophischer Sicht interpretieren. Von der Welt, auf die vorzubereiten Auftrag unserer Bildungsinstitutionen ist, heißt es, dass sie sich "in höchster Auflösung" befinde: Gesellschaftliche Institutionen wie die Familie böten keinen Halt mehr, Werte wie Solidarität verlören ihre Verbindlichkeit; die Bindungskraft von Sitten, Gebräuchen und Traditionen werde immer schwächer. Nicht zuletzt die Medien trügen zu diesen Auflösungserscheinungen bei: Kinder würden vor den Fernseher oder an den Computer gesetzt, statt dass ihre Eltern sich mit ihnen beschäftigten. Es ist von der Videoclip-Ästhetik die Rede, an welche die Kinder sich gewöhnten und die sie außerstande setze, noch über längere Zeit dem Zusammenhang eines dargebotenen Lehrstoffs zu folgen. Die ungeordnete Vielfalt und Beliebigkeit der von den Medien angebotenen Weltinterpretationen lasse kein konsistentes Selbst- und Weltbild mehr entstehen. Am Computer verwandelten sich die Individuen in beziehungslose Sozial-Monaden usw. Dagegen nun wird die Bildung angerufen: als eine rettende, heilende Instanz, die wieder Orientierung in die unübersichtlich gewordene Welt, Ordnung ins Chaos, Bindung in das Zerfallene bringe. Der Vortrag wird sich dazu in zweifacher Hinsicht "querstellen": erstens Auflösung und Zerfall, so wird argumentiert werden, haben emanzipatorische Qualität; und zweitens Bildung selbst ist eine destruktive Kraft.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster