Ist die Türkei reif für Europa?

 Uni-Studierende praktizieren Politikberatung:

zu diesem Thema hatten Soziologiestudierende der Magdeburger Universität kürzlich (Dienstag, 25. Januar 2005), den Europaabgeordneten Ulrich Stockmann eingeladen und ihm ein Argumentationspapier überreicht. Im Wintersemester 2004/05 hatte Professor Eckhard Dittrich, Professor für Makrosoziologie an der Magdeburger Universität für seine Studenten ein Praxisseminar zur Politikberatung angeboten. Er wollte, wie er eingangs auf der Präsentation hinwies, die allgemein verbreitete Annahme, wissenschaftliche Ausbildung sei praxisfern widerlegen und hatte für sein Seminar ein hochaktuelles Thema "Ist die Türkei reif für Europa?" aufgegriffen. Zu Beginn des Semesters hatten die Studenten Ulrich Stockmann zu einem Seminar eingeladen, wo der Europaabgeordnete Hinweise zum Thema gab. Im wesentlichen sollte geklärt werden, ob die Türkei in absehbarer Zeit bereit sein wird, ein vollwertiges Mitglied der EU zu werden. Die 18 Studenten bearbeiteten das Thema unter den Aspekten historische Entwicklung des Landes, Menschenrechte und wirtschaftspolitische Entwicklung.

In kleinen Gruppen haben sie sich Grund- und Basiswissen für die Argumentation und Orientierungshilfen zur Frage eines Beitritts der Türkei zur EU zusammengestellt, informierte Madlen Nagel, Studentin im Magisterstudiengang, 5. Semester. Sie bezeichnete das Seminar als wunderbare Möglichkeit, das theorielastige Studium mit Praxisaufgaben zu verbinden. Mathias Buhtz und Hardo Seligmann, ebenfalls Studenten im Magisterstudiengang, stellten die Seminarergebnisse zur Diskussion und trugen Pro- und Kontra-Standpunkte zum Beitritt vor.
Für die Wirtschaft prognostizieren die Studenten u. a. eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und der Türkei. Auf wichtigen Gebieten der Innenpolitik verzeichneten die angehenden Soziologen einen Trend zu einer deutlichen Annäherung der Türkei an die Standards der Europäischen Union. In Fragen der Menschenrechtspolitik dagegen sahen die Studierenden den größten Aufholbedarf der Türkei auf die EU. Zuverlässige Prognosen des weiteren Verlaufs der Entwicklungen, gerade bei der Umsetzung in die Praxis, lassen sich allerdings nur schwer treffen, schätzten die Studenten weiter ein.

Ulrich Stockmann zeigte sich sehr beeindruckt vom Eifer und dem Fleiß der Studenten, wie sie das Thema angepackt haben. "Wir brauchen Politikberatung", sagte der Abgeordnete und dankte den Studenten für ihr Paper. Er versicherte ihnen, das Argumentationspapier für seine Arbeit unmittelbar zu nutzen und auch an andere Kollegen weiterzugeben und lud sie zu einer Diskussionsrunde "Wir in Europa" ein.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster