Herausragender Physiker der Magdeburger Uni wird 65 Jahre

Dr. Harald Böttger, Professor für Theoretische Physik an der Fakultät für Naturwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, begeht am 27. Januar 2005 seinen 65. Geburtstag.
Die Fakultät für Naturwissenschaften der Universität würdigt die Verdienste des Hochschullehrers und Forschers am Donnerstag, dem 27. Januar 2005, mit einem Ehrenkolloquium. Nach den Grußworten von Wolfgang Böhm, Staatssekretär im Kultusministerium, und Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, wird Prof. Dr. Peter Thomas, Philipps-Universität Marburg, die Laudatio halten.

Harald Böttger studierte Physik an der TU Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin und nahm 1963 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter/Abteilungsleiter an der Akademie der Wissenschaften der DDR (Institut für Kristallphysik/Zentralinstitut für Elektronenphysik Berlin) auf. 1966 promovierte er zum Dr. rer. nat. und 1971 zum Dr. sc. nat. Von 1973 bis 1976 weilte der Forscher zu einem Arbeitsaufenthalt am Physikalisch-Technischen Institut "A.F. Joffe" der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Leningrad, Bereich Theoretische Physik. Im Jahre 1980 folgte er dem Ruf auf die Professur für Theoretische Physik an der damaligen TH Magdeburg.

Die Lehr- und Forschungsschwerpunkte von Professor Böttger liegen u. a. auf den Gebieten der Theorie der kondensierten Materie/Statistischen Physik, der Theoretischen Physik und der Festkörpertheorie. Der Wissenschaftler ist maßgebend an der Entwicklung der universitären Forschungsschwerpunkte Nichtlinearität und Unordnung in komplexen Systemen und neue Materialien sowie der Physikerausbildung in den Spezialisierungsrichtungen Materialphysik, Nichtlineare Physik und Biophysik beteiligt. Zwei Monographien, ca. 170 Publikationen und zahlreiche Vorträge im In- und Ausland gehören zum Schaffenswerk des Jubilars.

1992/93 übernahm Professor Böttger das Amt des Rektors der damaligen Technischen Universität und begleitete aktiv die Hochschulerneuerung sowie die Vorbereitung der Zusammenführung der drei Hochschulen zur Gründung der Otto-von-Guericke-Universität. In den Jahren 1992 bis 1996 wirkte er als Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und wurde zum stellv. Vorsitzenden des Fachausschusses Physik des Gremiums gewählt. Es folgten Lehr- und Forschungsaufenthalte in die USA, nach Israel, Japan und China.

Von 1996 bis 1998 stand Professor Böttger erneut als Rektor an der Spitze der Otto-von-Guericke-Universität. In dieser Zeit trug er wesentlich zur Schärfung des Forschungsprofils und einer bemerkenswerten Erweiterung des Angebots attraktiver interdisziplinärer Studiengänge bei. 17 neue zukunftsorientierte und auf Internationalität ausgerichtete Studiengänge wurden in dieser Zeit eingeführt, darunter Computational Visualistics, Internationales Management und die naturwissenschaftlich orientierte Psychologie, Fachrichtungen, die sich großen Zuspruchs unter in- und ausländischen Studierenden erfreuen.

In seine Amtszeit fiel auch die Vorbereitung der Aufnahme der Universität in die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Jahre waren von einer regen Bautätigkeit begleitet, die Fakultätsgebäude für Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaft sowie das Internationale Begegnungszentrum wurden unter seinem Rektorat ihrer Bestimmung übergeben. Ein Sonderforschungsbereich und eine DFG-Forschergruppe wurden durch die DFG in seiner Amtszeit genehmigt. Ferner hat Rektor Professor Harald Böttger zwei Wissenschaftler der Universität Magdeburg für den Leibniz-Preis vorgeschlagen, die 1998 und 1999 diese höchste Auszeichnung für einen deutschen Wissenschaftler in Empfang nehmen konnten.

In diesen Zeitraum fiel auch die Entscheidung, das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, das erste ingenieurwissenschaftliche Institut der Max-Planck-Gesellschaft, in Magdeburg zu errichten und komplementär dazu wurde die Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik gegründet. Sie ist mit ihrem Forschungsprofil über die Verfahrenstechnik hinaus auf die disziplinübergreifenden Entwicklungen der System- und Bioverfahrenstechnik fokussiert.

Anlässlich des Ehrenkolloquiums wird Professor Böttger seine Abschiedsvorlesung zum Thema "Harmonices mundi" halten.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster