Computerunterstützung für die Medizin

Das Institut für Simulation und Graphik der Magdeburger Universität lädt am Dienstag, dem 28. Oktober 2003, 19.00 Uhr c.t. im Rahmen des Bildwissenschaftlichen Kolloquiums zu einem Vortrag mit Professor Heinz-Otto Peitgen, Direktor des Centrums für Complexe Systeme und Visualisierung an der Universität Bremen, ein. Das Magdeburger Informatikinstitut führt seit 1994 diese Kolloquienreihe durch.

Der Mathematiker Heinz-Otto Peitgen wird zum Thema "Bilder werden erwachsen: Vom Nutzen der Computerunterstützung in der bildbasierten medizinischen Diagnostik und Therapie" sprechen. Dieser Vortrag basiert auf der interdisziplinären Arbeit zwischen Mathematikern und Informatikern mit Ärzten, die dem Ziel dient, Diagnosen zu präzisieren und Therapieentscheidungen zu unterstützen.
Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag findet im Gebäude 50/Hörsaal 3 der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Große Steinernetischstr., statt.

Professor Peitgen ist in den 80er Jahren durch seine preisgekrönten Bücher, Filme und Ausstellungen über fraktale Geometrie und Chaostheorie weltweit bekannt geworden. Er ist ein begehrter Referent und hat eine Vielzahl von Vorträgen im In- und Ausland gehalten.
Kurzvita Prof. Dr. Peitgen
Heinz-Otto Peitgen, (Jg. 1945) studierte von 1965 bis 1971 in Bonn Mathematik, Physik und Ökonomie und arbeitete anschließend 6 Jahre am Institut für Angewandte Mathematik der Universität Bonn. Nach seiner Promotion in Mathematik 1973 und seiner Habilitation 1977 lehrte er dort als Privatdozent und wurde im selben Jahr auf eine Professur für Mathematik an die Universität Bremen berufen, wo er maßgebend an der Gründung und dem Aufbau eines Instituts für Dynamische Systeme beteiligt war und 1982 ein Computergraphiklabor für mathematische Experimente gründete.
Seit 1992 ist Prof. Dr. rer. nat. Peitgen Direktor des Centrums für Complexe Systeme und Visualisierung (CeVis) an der Universität Bremen. Im gleichen Jahr wurde er in die Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste berufen. Er erhielt mehrere Rufe an deutsche und amerikanische Universitäten und war Gastprofessor an Universitäten in Belgien, Brasilien, Kanada, USA, Mexiko und Italien.
1995 gründete Peitgen das Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung (MeVis) GmbH, dessen Geschäftsführer er ist.
Er ist Mitherausgeber internationaler Fachzeitschriften und hat 21 Bücher und mehr als 150 Publikationen veröffentlicht. Peitgen wurde mit dem Karl Heinz Beckurts-Preis 1999 für Forschung und Innovation ausgezeichnet. Zusammen mit seinen Bremer Informatikkollegen hat er die Ausstellung "Schönheit im Chaos" konzipiert und aufgebaut, die vom Goethe-Institut seit 1985 weltweit in mehreren Exemplaren in bisher 40 Ländern und mehr als 150 Städten gezeigt wurde.

Auf der RSNA (Radiological Society of North America) wurde ihm 1995 und 1997 der Scientific Exhibit Award, verbunden mit dem Certificate of Merit, für die von MeVis geleisteten Arbeiten verliehen. Im Oktober 1996 erhielt er vom Bundespräsidenten Roman Herzog das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für seine Leistungen in Wissenschaft und Forschung.
Seine wissenschaftlichen Fachgebiete sind Dynamische Systeme, Numerische Analysis, Computergraphik, Bild-, Datenanalyse und -verarbeitung sowie Computerunterstützung in der bildbasierten medizinischen Diagnostik und Therapieplanung.


Weitere Informationen: Prof. Dr. Bernhard Preim, Institut für Simulation und Graphik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67 18512, email: preim@isg.cs.uni-magdeburg.de

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster