Festveranstaltung und Verleihung einer Ehrendoktorwürde an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Magdeburger Universität am 16. Oktober 2003

Im Rahmen des Doppeljubiläums der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft findet am Donnerstag, dem 16. Oktober 2003, 13.30 Uhr, die Verleihung der Ehrensenatorwürde an Prof. Dr. Alois Wenig, Gründungsdekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, und die Taufe des Fakultätsgebäudes auf den Namen Vilfredo Pareto statt. Danach schließt sich ein Vortrag von Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Minister der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt, und Prof. Dr. Michael C. Burda, Ph.D., Humboldt-Universität zu Berlin, zum Thema "Wirtschaftswissenschaft und Politik - zwei Perspektiven" an.

Der Senat der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verleiht Prof. Dr. rer. pol. Alois Wenig, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, die Würde eines Ehrensenators für seine großen Verdienste um die Entwicklung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die er sich als Gründungsdekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft erworben hat.

Vita Prof. Dr. Wenig
Professor Alois Wenig (Jg. 1939) studierte von 1959-1965 Wirtschaftwissenschaften an den Universitäten München, Kiel und Köln und anschließend Mathematik an der Universität Kiel. Zwischen 1967-1969 folgten wissenschaftliche Tätigkeiten an den Universitäten Kiel, Regensburg und Bonn.
Er war Stipendiat des Cusanuswerks und der Volkswagenstiftung. 1969 Promotion. 1972 Berufung auf die Professur für Volkswirtschaftslehre an der Universität Regensburg, 1973 Professor für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Bielefeld und Vorsitzender des Gründungsausschusses der Wirtschaftsfakultät. 1976 Gründungsdekan der neuen Wirtschaftsfakultät. 1983 Rufannahme auf den volkswirtschaftlichen Lehrstuhl an der Fernuniversität Hagen und von 1984-1989 Prorektor für Personal und Haushalt an der Fernuniversität.
1989 Rückberufung auf den Lehrstuhl Volkswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld. 1973-1989 Gastprofessuren an den Universitäten Technion Haifa, National Taiwan University, New York University, Universität Tel Aviv und Universität Sfax/Tunesien. 1992 Gründungsdekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. 1993 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Wirtschaftsfakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die Forschungsinteressen liegen hauptsächlich auf dem Gebiet der ökonomischen Theorie mit einem Schwerpunkt in der mathematischen Wirtschaftstheorie. Besondere Interessengebiete sind hierbei die Verteilungstheorie, die Konjunkturtheorie, Marktprozesse, Bevölkerungsökonomie und Institutionenökonomie. Die Buch- und Zeitschriftenpublikationen betreffen ebenfalls diese Gebiete.


Namensgebung des Gebäudes der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft in Vilfredo-Pareto-Gebäude

Vilfredo Pareto (1848 bis 1923) war entscheidender Weichensteller der modernen Mikro- und der Wohlfahrtsökonomik. Er betrieb Wirtschaftswissenschaft mit gesellschaftstheoretischem Anspruch. Vor allem methodische Anregungen sind das Erbe von Pareto. Die entsprechenden Beiträge sind sozusagen das Nadelöhr, durch das man gedanklich hindurch muss, um in die ökonomische Moderne zu gelangen. Den damals weit verbreiteten psychologistischen Spekulationen, ökonomisches Handeln zu erklären, setzte Pareto Konzepte und die Aussicht auf Kategorien entgegen, die ohne die übliche Introspektion oder Einfühlung auskommen würden. L'esperienza e l'osservazione, Erfahrung und Beobachtung seien das Maß der Dinge, an welchem auch die Ökonomik sich am Ende werde messen lassen müssen, wolle sie positivistischen, in den Naturwissenschaften begründeten Standards genügen.

Pareto absolvierte ein Ingenieurstudium in Genua, promovierte in Turin und wandte sich später der Nationalökonomie und Soziologie zu. 1893 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften in Lausanne und war einer der führenden Vertreter der Lausanner Schule. Er befasste sich u.a. mit der Gleichgewichtsanalytik, der ökonometrisch-statistischen Grundlagenforschung, der Verteilungs- und Preistheorie, vor allem aber mit der Theorie ökonomischer Wahlhandlungen. Zu seinen Hauptwerken gehören "Cours d'économie politique" (1896/97), "Manuale d'economia politica" (1906), "Trattato di sociologica generale" (1916).


Nach der Verleihung der Ehrensenatorwürde, der Taufe des Gebäudes sowie dem Vortrag findet um 17.30 Uhr die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Wolfgang Franz, statt. Professor Franz ist u.a. Mitglied des Sachverständigenrates und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Der Ehrenpromovent ist einer der Fünf Wirtschaftsweisen. Demnächst wird das Jahresgutachten 2003/04 erscheinen.

Vita Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Franz
Wolfgang Franz (Jg. 1944) studierte an der Universität Mannheim Volkswirtschaftslehre und war anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der dortigen Universität tätig. In Mannheim promovierte er 1974 mit einer Arbeit über Arbeitsmarktanalysen. Es folgten ein zweijähriger Aufenthalt an der Harvard University und am National Bureau of Economic Research in den USA. 1981 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Jugendarbeitslosigkeit. Er folgte dem Ruf an die Universität Mainz, 1984 an die Universität Stuttgart und 1989 an die Universität Konstanz.
Seit dem 1. April 1997 ist er Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) in Mannheim und Inhaber eines Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mannheim.
Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Akademie Leopoldina. Seit 1. März 2003 ist er Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dem er bereits von 1994 bis 1999 angehörte. Darüber hinaus arbeitet er in verschiedenen Gremien (Wirtschaft, Bundesregierung) mit. Er war Hauptgutachter für Wirtschaftswissenschaften bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ist Mitherausgeber mehrerer wirtschaftswissenschaftlicher Zeitschriften. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die makroökonomische Volkswirtschaftslehre, die Arbeitsmarktforschung und die empirische Wirtschaftsforschung. Zu diesen Themen hat er zahlreiche Bücher und wissenschaftliche Aufsätze im In- und Ausland publiziert.

Die Vertreter der Medien sind herzlich zu den Jubiläumsveranstaltungen eingeladen.

Die Verleihung der Ehrensenatorwürde, die Taufe auf des Fakultätsgebäudes und der Vortrag finden im Hörsaal 5/Gebäude 16/Universitätscampus statt.

Die Verleihung der Ehrendoktorwürde findet im Parkhotel Herrenkrug statt. Nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde hält Professor Franz einen Vortrag zum Thema "Arbeitslosigkeit: Was wir wissen, was wir nicht wissen und warum wir es nicht wissen".

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster