Berufung der Wiener Informatikerin Silvia Miksch auf Erxleben-Professur

Zum Sommersemester 2001 wurde Silvia Miksch, außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Softwaretechnik der Technischen Universität Wien, auf die Dorothea-Erxleben-Professur der Otto-von-Guericke-Universität berufen. Ihre Lehr- und Forschungsgebiete sind u.a. die Informationsvisualisierung und das Zeitmanagement mit der Anwendung in der Medizin.

Die heute 36jährige Wissenschaftlerin studierte Wirtschaftsinformatik, Soziologie und Pädagogik in Wien und promovierte zum Thema "Eine Welt von Unterschieden? Eine Betrachtungsweise von Mädchen und Buben in der Schule". 1999 erhielt sie von der TU Wien die Lehrbefugnis als Universitätsdozentin und habilitierte sich im Fach Angewandte Informatik. Silvia Miksch arbeitete in mehreren Forschungsprojekten, u.a. analysierte sie den geschlechtsspezifischen Zugang von Jugendlichen zu 'neuen Technologien' Computer in der Schule, organisierte Lehrerfortbildungsseminare sowie Technikwochen für Mädchen unter dem Motto "Schluss mit: du kannst das nicht". Forschungsaufenthalte führten die Informatikerin u. a. an die Stanford University, finanziert durch das Erwin-Schrödinger Auslandsstipendium. In Projekten zur Informatik-Ausbildung - geschlechtsspezifischer Zugang, zur Artificial Intelligence zur Kriegs- und Krisenvermeidung sowie zu Wissensbasierten Systemen in der Intensivmedizin arbeitet Silvia Miksch eng mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Universitäten Wien, Stanford und Augsburg zusammen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der Theoretischen und Praktischen Informatik in Verknüpfung mit geschlechtsspezifischen, medizinischen und ökonomischen Aspekten.

Befragt, was die Informatikerin bewog, die Berufung auf die Erxleben-Professur an der Universität Magdeburg anzunehmen, sagte Silvia Miksch, "Informationsvisualisierung/Computervisualistik ist ein sehr sehr spannendes und zukunftsorientiertes Thema, welches nur an wenigen Universitäten gelehrt und darüber auch geforscht wird. Die Universität Magdeburg ist eine von diesen. Ich erwarte mir eine weitere Vertiefung meiner akademischen Forschungs- und Lehrarbeit an der Magdeburger Universität."

Zum Wintersemester 1997/98 wurde an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die Dorothea-Erxleben-Professur eingerichtet. Dorothea Erxleben (1715 bis 1762) erwarb als erste deutsche Frau 1754 in Halle den medizinischen Doktortitel. Im Frauenförderprogramm ist die Dorothea-Erxleben-Professur für Wissenschaftlerinnen vorgesehen. Die Gastprofessur soll Forscherinnen aus allen Fachgebieten, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, zur fachlichen und persönlichen Profilierung offen stehen. Mit Frau Professor Miksch wird die Dorothea-Erxleben-Professur zum 5. Mal besetzt.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster