Jahr der Lebenswissenschaften 2001 - Was können und was dürfen die Lebenswissenschaften?

Sie wollen sich der Öffentlichkeit verständlich machen und mit ihr diskutieren. Was hat die Wissenschaft heute anzubieten, was morgen, was davon ist dem Menschen dienlich, was nicht? Und dürfen wir alles tun, was wir können? Unsere Wissenschaftler wollen und sollen raus aus ihren Elfenbeintürmen. Dazu bietet das öffentliche Forum "Life Sciences Live" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am Dienstag, dem 15. Mai 2001, eine gute Gelegenheit, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.

Die Lebenswissenschaften revolutionieren das Bild vom Menschen und von der Natur, und sie gewinnen zunehmend Einfluss auf unsere Lebenspraxis. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF), Edelgard Buhlmann, hat das Jahr 2001 zum "Jahr der Lebenswissenschaften" erklärt und Wissenschaftler aufgerufen, den Dialog mit der Öffentlichkeit zu führen.

Mit dem Forum "Life Sciences Live", an dem sich Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Fakultäten der Magdeburger Universität beteiligen, wollen wir schlaglichtartig auf wichtige Fortschritte hinweisen und auch darauf, welche demnächst zu erwarten sind, und welche davon in unseren eigenen Labors. Wir wollen die Risiken diskutieren, aber vor allem die Chancen, die sich auf diesem Wissenschaftsgebiet ergeben, erklärt der Prorektor für Forschung der Magdeburger Universität, Professor Gerald Wolf.

Die Öffentlichkeit nimmt von den tagtäglichen Fortschritten im Erkenntnisgewinn der Lebenswissenschaften, der "Life Sciences", wie sie im Englischen heißen, nur wenig wahr. Gerade mal im 'Nebenher' erfährt sie über Möglichkeiten der Gendiagnostik, der Gentherapie, der Manipulation von Embryonen, dem therapeutischen Klonen oder der Kreation neuer Eigenschaften bei Bakterien, Pflanzen, Tieren, und das jeweils zielgenau nach dem Plan der Experimentatoren. Die Industrie hat sich seit längerem schon auf die moderne Biologie eingestellt. Zur Physiko- und Chemotechnologie ist nun die Biotechnologie hinzugekommen. Nicht weniger aufregend und bisher viel zu wenig beachtet ist die Tatsache, dass die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften, traditionell in zwei große Lager geschieden, sich immer näher kommen, ganz besonders dank der Fortschritte in der Hirnforschung, in den Neurowissenschaften, erklärt der Hirnforscher Gerald Wolf. Aber auch die Ingenieurwissenschaften und die Informatik gehen einen solchen Weg. Computer simulieren menschliche Hirnleistungen. Der Kreation der "künstlichen Intelligenz" wird die der "künstlichen Emotionalität" folgen. Die Hirnforschung steht dabei Pate. Schon werden die ersten beseelten Computer angekündigt.

Mit diesen Themen, die andeuten, wie weit heute das Spektrum der Lebenswissenschaften gediehen ist, soll das öffentliche Diskussionsforum starten. Das Forum findet am Dienstag, dem 15. Mai 2001, 16.00 Uhr, im Hörsaal 3 (Gebäude 50), Große Steinernetischstr. (Straßenbahnhaltestelle Universitätsplatz) statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich dazu eingeladen.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster