DFG Workshop zur funktionellen Analyse des menschlichen Genoms an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg am 19. und 20. Mai 2000

Nachdem C. Venter vor wenigen Wochen die vollständige Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes noch für dieses Jahr angekündigt hat, steht nun die elektronische Auswertung dieser Daten im Mittelpunkt weiterer Genom-Forschungen. Diese interdiszinplinäre Aufgabe hat in den vergangenen Jahren zur Formierung einer neuen wissenschaftlichen/industriellen Richtung geführt, der sogenannten Bioinformatik. Hier werden die Bausteine des Lebens systematisch mit computergestützten Methoden analysiert und funktionell erforscht. Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten steht neben der Implementierung einer elektronischen Infrastruktur für die Biotechnologie die Identifizierung des biochemischen Steuerungssystems der metabolischen Prozesse.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sich dieser Thematik verstärkt angenommen. Neben dem Schwerpunktprogramm "Informatikmethoden zur Analyse und Interpretation großer genomischer Datenmengen" hat gerade in den vergangenen Monaten die Initiative Bioinformatik für Aufmerksamkeit gesorgt. Hier versucht die DFG erstmals strukturelle Erneuerungen an den deutschen Universitäten durch gezielte Fördermittel zu erreichen. Obwohl die Begutachtung der Anträge noch nicht abgeschlossen ist, darf die Initiative bereits als sehr erfolgreich bewertet werden.

Im Rahmen des Schwerpunktprogrammes treffen sich am 19. und 20. Mai etwa 30 Bioinformatiker an der Magdeburger Universität, die sich die Analyse der gengesteuerten metabolischen Reaktionen zum Ziel gesetzt haben. Die Gene finden ihre Wirkung u. a. in der Synthese von Enzymen, die dann wiederum spezifisch biochemische Reaktionen katalysieren. Gendefekte führen letztlich zum Ausfall solcher Enzyme und damit zu Stoffwechselblockaden, die Stoffwechseldefekte zur Folge haben.

Der Workshop stellt die neuesten Ergebnisse im Bereich der gengesteuerten Stoffwechselflüsse dar und versucht auf die Modellierung und Simulation dieser biochemischen Prozesse mittels Petri-Netzen verstärkt einzugehen.

Veranstalter des Workshops ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Die Organisation haben Prof. Dr. Ralf Hofestädt, (Bioinformatiker der Otto-von-Guericke-Universität, Tel. 0391-67 18385) und Prof. Dr. Kurt Lautenbach (Universität Koblenz-Landau) übernommen.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster