Halbleitern und Quantenpunkten auf der Spur

Eine Ferienschule für Physik beginnt am Montag, dem 20. September 1999, an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Gefördert wird der Kurs von der WE-Heraeus-Stiftung. Bis zum 1. Oktober 1999 informieren sich interessierte Physikstudentinnen und -studenten höherer Semester sowie Diplomanden und Doktoranden aus der gesamten Bundesrepublik über "Halbleiter für die Optoelektronik: Quantenpunkte und Nitride". Diese hochaktuelle Thematik der Ferienschule steht im Zentrum der "HighTech"-Forschung in der Halbleiterphysik in Magdeburg.

Unter den wesentlichen Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts spielt die Informationstechnik mit ihren zukunftsträchtigen Technologiefeldern Mikroelektronik, Optoelektronik und Nanotechnologie die vielleicht wichtigste Rolle. Seit Mitte der 80er Jahre haben fast wie selbstverständlich Halbleiterbauelemente, welche z.B. auf Galliumarsenid basieren, Einzug in unser Alltagsleben gehalten; sei es in Form von lichtemittierenden Dioden (LED's) oder Lasern an der Supermarktkasse, im CD-Player oder in der Fernbedienung des Fernsehers, als Sender oder Empfänger in modernen Telefonsystemen mit Glasfasernetzen. Diese Halbleiter haben optoelektronische Eigenschaften, das heißt, sie können Licht aussenden.
Während bereits seit längerer Zeit sehr leistungsfähige Halbleitermaterialien für den roten und grünen Spektralbereich verfügbar sind, wurde erst 1995 in Japan eine blau emittierende LED auf der Basis von Galliumnitrid zur Marktreife gebracht. Erste blaue Leuchtdioden sind bereits in Vollfarben-Displays, Verkehrsampeln oder als blaue Anzeigen in Automobilen im Einsatz. Mit den drei Grundfarben rot, grün und blau ist das gesamte Lichtspektrum abzudecken. Sie lassen sich zu weißem Licht mischen. Der Ersatz der guten alte "Glühbirne" steht kurz bevor. Damit eröffnet sich nicht nur ein ungeheures Energiesparpotential, sondern z.B. auch ein völlig neues Lampendesign.
Halbleiter-Nanostrukturen, sogenannte Quantentöpfe, Quantenfäden und Quantenpunkte, besitzen in einer, zwei oder in allen drei Raumrichtungen eine Ausdehnung von nur wenigen Atomen. Die räumliche "Einsperrung" der freien Ladungsträger im Halbleiter (Elektronen und Löcher) führt zu völlig neuartigen physikalischen Eigenschaften. Diese, z.T. nur noch aus einer Hand voll Atomen bestehenden, ultra-kleinen Quantenstrukturen, liefern nicht nur einen Zugang zu einer neuen Physik, sondern sie bieten gleichzeitig ein immenses Innovationspotential für eine Vielzahl völlig neuartiger Quanten-Bauelemente der Nanoelektronik und Optoelektronik. Die Nanotechnologie gilt daher als eine der Schlüsseltechnologien des kommenden Jahrhunderts.

Dieses zukunftsweisende und applikationsorientierte Forschungsgebiet wird in dem zweiwöchigen Schulprogramm den jungen angehenden Physikerinnen und Physikern erlebbar gemacht. Neben den eigentlichen "Lectures" und Laborbesichtigungen werden persönliche Kontakte zwischen Studierenden und Lehrenden möglich sein. Die Vortragenden, deren Liste ein "who is who" der Forschung in Deutschland auf diesem Gebiet ist, sollen gewissermaßen als Wissenschaftler zum Anfassen, Interesse an dieser "HighTech"-Forschung wecken.



Für weitere Informationen stehen die Kursleiter zur Verfügung:
Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Christen, Tel. 03 91/67-18669,
Prof. Dr. rer. nat. habil. Alois Krost, Tel.: 03 91/67-18347,
Institut für Experimentelle Physik


 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster