Hochschul-Partnerschaft über 2.762 Kilometer

02.09.2014 -  

Am 2. September 2014 wird in Kasan, Hauptstadt der autonomen Republik Tartastan in der Russischen Föderation, an der Nationalen Technischen Forschungsuniversität „Tupolew“ in Gegenwart des russischen Bildungsministers, des deutschen Botschafters, der Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der Rektoren der beteiligten Universitäten und weiterer Amts- und Würdenträger das „German-Russian Institute of Advanced Technologies“ (GRIAT) feierlich aus der Taufe gehoben. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) und die Technische Universität Ilmenau als Konsortialführer haben gemeinsam mit ihrer Partneruniversität in Kasan und dem DAAD in den vergangenen zwölf Monaten diese zweistaatliche Lehr- und Forschungseinrichtung auf die Beine gestellt.

Ab September 2014 wird in zunächst vier ingenieurwissenschaftlichen Masterstudiengängen die Lehre aufgenommen. Zwei davon, „Chemical and Energy Engineering“ und „Electrical Engineering and Information Technology“, steuert die OVGU bei. Zukünftig sollen diese auf 14 ausgebaut werden. Die praxis- und industrienahen, viersemestrigen Ingenieurstudiengänge werden – in englischer Sprache – nach deutschem Standard unterrichtet und auch in Deutschland akkreditiert. Die Studierenden verbringen dabei ein Austauschsemester in Magdeburg bzw. Ilmenau. Dozenten beider deutscher Universitäten und natürlich der russischen Partneruniversität sind in die Ausbildung eingebunden. Die Absolventen sind bei den in der Wolgaregion ansässigen internationalen Unternehmen als hervorragend ausgebildete Fachkräfte sehr gefragt. Siemens, Linde, Daimler oder Hoechst sind nur einige der über 50 namhaften deutschen Unternehmen, die in der Region vertreten sind.

Die Partnerschaft geht jedoch über reine Lehre hinaus. Zwischen deutschen und russischen Wissenschaftlern und Studenten wird auch gemeinsam Forschung betrieben werden. Die Voraussetzungen im 2.762 Kilometer entfernten Kasan könnten dafür kaum besser sein: Eigens für GRIAT baute die Tupolew-Universität ein Gebäude für Forschung und Lehre mit 20.000 qm Nutzfläche. Langfristig soll das Projekt in einer Deutsch-Russischen Universität münden.

Für die OVGU bedeutet das Vorhaben zum einen die Anerkennung der hohen Qualität ihrer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung, zum anderen werden aus der Kooperation neue Impulse für Lehre und Forschung an der OVGU resultieren. „Zukünftig wird durch GRIAT Ingenieur-Know-how made in Magdeburg dazu beitragen, russische Ingenieure auszubilden. Für unsere Universität bedeuten der rege Wissensaustausch und die gemeinsame Forschung einen großen Mehrwert. Der Leitgedanke, Laboreinrichtungen gemeinsam zu nutzen, Wissen zu teilen und zu vermehren, wird auch der hiesigen Wirtschaft zu Gute kommen und hoffentlich auch dem ein oder anderen Unternehmen den Weg nach Kasan ebnen“, erklärt Jens Strackeljan, Rektor der OVGU.

Der DAAD fördert GRIAT in der Aufbauphase mit etwa 600.000 Euro als Anschubfinanzierung aus Bundesmitteln. Sie werden für die auf deutscher Seite erforderliche Koordination des Projektes und die Mobilität deutscher Lehrkräfte in der Aufbauphase eingesetzt. GRIAT ist dabei eines der verschiedenen TNB-Programme („Transnationale Bildung“), mit dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Internationalisierung der deutschen Hochschulen voranbringen will.

Ansprechpartnerin:
Reena Schliephake, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Dezernat Akademisches Auslandsamt, Tel: 0391 67-18742, E-Mail: reena.schliephake@ovgu.de

 

 

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk