Neue Ansätze bei Therapie von Entzündungskrankheiten

13.08.2014 -  

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) werden neue Lösungsansätze zur Therapie von Entzündungskrankheiten entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ab September 2014 für drei Jahre das systembiologische Forschungsprojekt InTraSig (Inhibiting Trans-Signalling) zur Heilung von entzündlichen Krankheiten.

Entzündungen sind die Schutzmechanismen des Körpers gegen Infektionen, Verletzungen oder andere Traumata. Unkontrollierte oder fehlregulierte Entzündungen führen zu Autoimmunerkrankungen, chronischen Entzündungen, Sepsis, Krebs oder Arthritis, eine Reaktion des Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe. Die Rheumatoide Arthritis ist die häufigste und folgenschwerste entzündliche Gelenkerkrankung mit derzeit rund 800.000 Erkrankten in Deutschland. Der andauernde Angriff auf die Gelenkinnenhaut durch körpereigene Abwehrstoffe führt zu chronischen Entzündungen, die unbehandelt zu Versteifungen und einem Verlust der Beweglichkeit führen können.

In dem mit zwei Millionen Euro geförderten interdisziplinären Forschungsprojekt arbeiten Molekularbiologen und Biochemiker sowie Systemtheoretiker der Universitäten Magdeburg, Kiel und Düsseldorf mit dem industriellen Projektpartner CONARIS Research Institute AG zusammen. Die OVGU ist im Projekt sowohl mit dem Lehrstuhl für Systembiologie als auch mit dem Lehrstuhl für Systemtheorie und Regelungstechnik (Prof. Dr.-Ing. Rolf Findeisen) vertreten.

„Wir wollen erstmals einen systemischen, also ganzheitlichen Blick auf die komplexe Biologie der initialen Schritte der Zellaktivierung durch das Gewebshormon Interleukin-6 werfen, das als einer der wichtigsten Entzündungsregulatoren angesehen wird. Es ist derzeit das Zielmolekül mehrerer therapeutischer Strategien zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, bei denen jedoch auch die uns schützende Wirkung des Gewebshormons blockiert wird“, so der Systembiologe und Koordinator des Forschungsprojektes Prof. Dr. Fred Schaper vom 2010 neu an der OVGU eingerichteten Lehrstuhl für Systembiologie. „InTraSig soll künftig die Basis für eine neuartige, personalisierte, anti-entzündlichen Interventionsstrategie liefern, welche spezifisch die krankheitsrelevante Wirkung von Interleukin-6 blockiert. Zur Entschlüsselung der zugrundeliegenden molekularen Mechanismen werden wir biologische Experimente mit mathematischen Modellen kombinieren und müssen dafür neue experimentelle als auch mathematische Ansätze finden.“

Das Forschungsprojekt ist Teil des Exzellenzschwerpunktes Dynamische Systeme-Systemtechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Mehr Informationen unter http://www.systembiologie.ovgu.de

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Fred Schaper, Lehrstuhl für Systembiologie, Institut für Biologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-50220 E-Mail: fred.schaper@ovgu.de

 

 

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk