Eine Stunde Wissenschaft

Anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums hat die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein neues Veranstaltungsformat zur Wissenschaftskommunikation ins Leben gerufen. In „Eine Stunde Wissenschaft“ werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität auf kurzweilige Art und an ungewöhnlichen Orten in der Region ihre Forschung einem interessierten Publikum erklären und Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen anschaulich beschreiben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden den Campus verlassen und in bildhafter Sprache ihre Forschung präsentieren und anschießend als Ansprechpartner für Fragen der Besucherinnen und Besucher zur Verfügung stehen.

Erste Vorlesung in Kroppenstedt

Die erste Vorlesung wird die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Anita Hökelmann im Mehrgenerationenhaus in Kroppenstedt halten. Als Expertin auf dem Gebiet Training und Gesundheit untersucht sie die Auswirkungen von Musik und Tanz auf die motorische und geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen. Sie zeigt in ihrer Forschungstätigkeit, dass Tanzen altersbedingten geistigen Einschränkungen vorbeugen kann.

 

WAS: „Eine Stunde Wissenschaft“, mobile Vorlesungsreihe der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit dem Thema „Darf ich bitten?“, Prof. Dr. Anita Hökelmann
WANN: 17. April 2018, 17.00 Uhr
WO: Mehrgenerationenhaus Kroppenstedt, Am Turnplatz 1, 39397 Kroppenstedt

 

Einladungskarte 1. Vorlesung mit Prof. Dr. Anita Hökelmann

„Herz, Haut oder Hand? Wie unsere Stammzellen gesteuert werden“

Wenn aus einer befruchteten Eizelle ein Lebewesen entsteht, dann entwickeln sich Stammzellen durch fortlaufende Spezialisierung, sodass Gewebe wie die Haut oder Organe wie das Herz oder das Gehirn entstehen. Diese Prozesse werden durch ein kompliziertes Netzwerk von Molekülen gesteuert, das auf den ersten Blick aussieht wie die integrierten Schaltkreise auf einem Computerchip. Aber funktioniert eine Zelle denn wirklich wie ein Computer? Nach einem kurzen Film über die Biologie von Riesenamöben zeigen wir Ihnen, wie wir mit Hilfe dieser Amöben die Steuerzentrale von lebenden Zellen untersuchen. Dazu müssen wir aus einem verwirrenden Durcheinander von vielen tausend Molekülen die wichtigen Steuermoleküle herausfinden und analysieren, wie sie zusammenwirken. Das Verständnis von molekularen Steuerprozesse ist von großer Bedeutung, da viele Krankheiten auf einer fehlerhaften Regulation beruhen.

 

WAS: „Herz, Haut oder Hand? Wie unsere Stammzellen gesteuert werden“
WANN: 24. April 2018, 18.00 Uhr
WO: Zoo Magdeburg, Zoowelle (Haupteingang), Zooallee 1, 39124 Magdeburg
WER: Biologe Prof. Dr. Wolfgang Marwan

 

Wenn aus Datenfluten individuelle Therapien werden - Wie weit ist die digitalisierte Medizin?

Mediziner müssen täglich unter Zeitdruck wichtige Entscheidungen treffen, anhand eines EKGs in Minuten über mögliche Krankheitsursachen befinden oder nach erhobenen Labormarkern Dosis und Dauer von Chemotherapien festlegen. Expertenwissen ist da gefordert, das aber eben nicht allen Patienten zur Verfügung steht. Andererseits werden in Kliniken, Arztpraxen und zunehmend auch im privaten Umfeld Daten erhoben, die nur wenig für ärztliche Entscheidungen hinzugezogen werden. Sie zu nutzen und gleichzeitig das Wesentliche heraus zu heben, will der Mathematiker Sebastian Sager möglich machen. Gemeinsam mit seinem Team aus Mathematikern und Medizinern ist er mit einem millionenschweren von der EU geförderten Forschungsprojekt dabei, mathematische Software zu entwickeln, die es erlaubt aus Daten Diagnosen oder Prognosen für die Zukunft zu erstellen. Wie ein Flugsimulator Piloten in verschiedenen Szenarien trainiert, könnten dann auf individuellen Patientendaten basierende Krankheitssimulatoren sowohl in der Ausbildung eingesetzt werden, als auch im klinischen Alltag ärztliche Diagnosen sicherstellen und Therapieansätze personalisiert optimieren.

 

WAS: Wenn aus Datenfluten individuelle Therapien werden - Wie weit ist die digitalisierte Medizin?
WO: Mathematiker Prof. Dr. rer. nat. Sebastian Sager

 

Schmerz und Leid: Geschichte einer Scheidung

Körperlicher Schmerz und seelisches Leiden scheinen eng verwoben, aber wieso? Sascha Benjamin Fink, Juniorprofessor für Neurophilosophie, stellt eine Theorie der Entstehung von Leidensfähigkeit vor, bei der sich Leid von Schmerz langsam entkoppelte. Diese Entkopplung hatte evolutionäre Vorteile und ist heute noch nachweisbar in unterschiedlichen Schmerzerlebnissen und -pathologien im Menschen. Die Theorie wirft auch Licht auf die Frage, welche Tiere moralisch schützensbedürftig sind, eben genau weil sie leiden können. Der Vortrag stellt diese Zusammenhänge auf unterhaltsame Weise und anhand vieler Beispiele aus der Forschung für ein breites Publikum dar.

 

WAS: Schmerz und Leid: Geschichte einer Trennung
WANN: 18. Juni 2018, 18.00 Uhr
WO: Theater an der Angel Magdeburg, Zollstraße 19, 39114 Magdeburg
WER: Neurophilosoph Prof. Dr. Sascha Benjamin Fink

 

 

Weitere Termine folgen in Kürze.

Letzte Änderung: 13.06.2018 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk