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Wann agieren Menschen umweltfreundlich?

16.03.2016 -  

Welche Form der erneuerbaren Energiegewinnung findet Akzeptanz in einer Region? Warum lehnt die Bevölkerung vielerorts Windräder ab, schätzt aber Solarenergie? Welche Wege nehmen Kundinnen und Kunden in Kauf, um gebrauchte Handys zu entsorgen und wie müssen Recyclingkreisläufe überhaupt aussehen, damit sie von der Bevölkerung genutzt werden?

Umweltpsychologinnen und –psychologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg stellen ihre aktuellen Forschungen zu diesen Fragen auf dem am Donnerstag, den 17. März 2016 stattfindenden Energie- und Umwelttag Sachsen-Anhalt in Dessau vor. Auf dieser Informations- und Vernetzungsveranstaltung wird die Umweltpsychologin Dr. Anke Blöbaum von der Universität Magdeburg über konkrete Projekte zur Unterstützung der Energiewende sprechen.

Unter anderem im Rahmen des 7. EU-Förderrahmenprogramm untersucht das Team um die Umweltpsychologin Prof. Dr. Ellen Matthies vom Lehrstuhl Umweltpsychologie/Mensch-Technik-Interaktion an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in großangelegten überregionalen und internationalen Studien Nutzerverhalten, analysiert diesbezüglich Chancen und Herausforderungen klimarelevanter Maßnahmen. Die Ergebnisse bilden dann oft die Grundlage für umwelt- und energiepolitische Entscheidungen auf kommunaler und Landesebene.

Im Rahmen des Forschungsprojektes Green Lifestyles, Alternative Models and Upscaling Regional Sustainability GLAMURS erforschen die Magdeburger gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sieben europäischen Ländern, wie sich eine fest in der Bevölkerung verankerte nachhaltige Lebensweise und grüne Ökonomie in Europa etablieren könnte. Welche Faktoren können die Verbreitung nachhaltiger Lebensstile massiv behindern, sinnvoll unterstützen oder gar beschleunigen? „Wir begleiten Nachhaltigkeitsinitiativen in den verschiedenen Ländern und analysieren ihre Netzwerke“, so Dr. Anke Blöbaum. „Wenn wir genau wissen, was Menschen motiviert, sich nachhaltig zu verhalten und sich in Initiativen zu engagieren, was sie daran hindert, sich mehr zu engagieren, dann können wir ableiten, wie wir solches Engagement zukünftig stärken können.“

Mehr Infos unter forschung-sachsen-anhalt.de/project/glamurs-green-lifestyles-alternative-17831

 

Ein weiteres Forschungsprojekt mit dem Namen ENERGY-TRANS beschäftigt sich mit sozialen Aspekten der Energiewende in Deutschland. Es wird Fragen nachgegangen wie: Unter welchen Umständen investieren Familien in Wärmedämmung, in Photovoltaik-Anlagen oder Elektroautos? Was sind die wichtigsten Hindernisse, die hier aus dem Weg geräumt werden müssen? Ein weiterer Schwerpunkt der interdisziplinären Helmholtz Allianz ENERGY-TRANS besteht in der Erforschung und Untersuchung von Abhängigkeiten zwischen technischen Möglichkeiten und sozialen Folgen, die die Neugestaltung der Energieinfrastruktur mit sich bringt (z.B. Trassenbau, Stilllegung von Kraftwerken) „Bei Maßnahmen zum Energiesparen müssen Aspekte der sozialen Gerechtigkeit beachtet werden“, so Dr. Anke Blöbaum. „Stichwort Energiearmut: Werden die Stromkosten extrem verteuert, um den Verbrauch zu senken, werden Haushalte mit schwächerem Einkommen massiver betroffen sein.“

Mehr Infos unter www.energy-trans.de/

 

Im 2016 gestarteten Verbundprojekt ECHO entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Energiesparkampagnen, um die Beschäftigten in Organisationen zu energiesparendem Verhalten zu motivieren. Insbesondere Hochschulen sollen befähigt werden, Energiesparteams auszubilden, um maßgeschneiderte Kampagnen zu entwickeln und mit dauerhaftem Erfolg umzusetzen. Das Projekt wird in enger Kooperation mit den ECHO-MitarbeieterInnen in Magdeburg an mindestens zehn Hochschulen in ganz Deutschland umgesetzt. Im Anschluss werden die Kampagnenmaterialien online für weitere Einrichtungen bereitgestellt. „Hohe Einsparpotenziale, eine große Austrahlkraft, Vorbildfunktion, aber auch vergleichbare Strukturen bieten sich für diese Forschungen an, da sich die Instrumente relativ gut übertragen lassen“, so die Umweltpsychologin Dr. Anke Blöbaum.

Mehr Infos unter forschung-sachsen-anhalt.de/project/energieeffizienz-einsparungen-hochschulen-19313

 

Das Ziel des gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Österreich durchgeführten Projekts AdaptBehavior ist die Entwicklung eines auf umweltpsychologischem Wissen basierenden Tools zur Unterstützung politischer Entscheidungsträgerinnen und -träger bei der Planung klimarelevanter Maßnahmen. KommunalpolitikerInnen, Vertreterinnen und Vertreter in Stadtplanungsämtern und in Fachreferaten erhalten ein umfassendes universal einsetzbares Coaching zur Umsetzung von klimarelevanten Maßnahmen.

Mehr Info unter forschung-sachsen-anhalt.de/project/adaptbehaviour-environmental-psychology-19017

 

Informationen zum Energie- und Umwelttag Sachsen-Anhalt unter www.ttz.ovgu.de/energie-umwelttag

 

Ansprechpartnerin:
Dr. Anke Blöbaum, Institut für Psychologie, Abteilung Umweltpsychologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: +49 301 67-18476, E-Mail: anke.bloebaum@ovgu.de

 

Letzte Änderung: 18.04.2017 - Ansprechpartner:

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