ZBBS-Workshop

Abschluss des Graduiertenstudiengangs

Das Subjekt im Fokus


Das "Zentrum für Qualitative Bildungs- und Sozialforschung" (ZBBS) Magdeburg veranstaltete in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und mit finanzieller Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung Mitte Juli 2007 die Abschlusstagung des 1. Graduiertenstudiengangs Qualitative Bildungs- und Sozialforschung.
Im historischen Ambiente der Franckeschen Stiftungen in Halle/Saale fanden die aus allen Teilen Deutschlands kommenden 85 Wissenschaftler ausgezeichnete Rahmenbedingungen vor, um sich gemeinsam den wissenschaftlichen Vorträgen und der Arbeit in den Workshops auf der Basis von Austausch und Diskussion über die Ergebnisse der qualitativen Forschungsprojekte der Graduierten zu informieren.

Die andere Filmanalyse

Der erste Tag, der unter dem Titel "Subjektivität von Experten und Professionellen als Forschungsperspektive" stand, wurde von PD Ulrike Nagel (Magdeburg) mit ihrem Vortrag zum Thema: "Experteninterview im Kontext postmoderner Übergänge" eingeleitet.
In den sich daran anschließenden Workshops mit den Titeln "Experten" moderiert durch Prof. Fritz Schütze und "Professionelle" geleitet von Prof. Winfried Marotzki, stellten Absolventinnen des Graduiertenstudiengangs methodisch reflektiert Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte vor.
Mit einer äußerst unkonventionellen Abendveranstaltung in deren Zentrum die "Schütze/Marotzkische kinomatographische Auslegung" des Western-Klassikers Spiel mir das Lied vom Tod stand, hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einer außergewöhnlichen videographischen Filmanalyse zu folgen.
Der zweite Tag, der unter dem Thema "Zugänge zum Subjekt im Kontext von Geschlecht, Kultur und Milieu" stand, startete mit einem Gastvortrag von Prof. Dr. Jutta Ecarius (Gießen) mit dem Titel "Kulturbildung, Institution und soziales Milieu".
Daran anschließend fanden zwei Workshops statt, in denen unter den Aspekten "Kultur" moderiert von Prof. Marotzki und "Geschlecht" unter Leitung von Prof. Ursula Rabe-Kleberg weitere Dissertationsprojekte der Absolventen des Graduiertenstudiengangs diskutiert wurden.

Podiumsdiskussion

Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema "Forschende als Subjekte?", die vom Moderator Prof. Dr. Georg Breidenstein mit folgenden Fragen einleitet wurde: Sind die einzelnen Forschenden als Subjekte austauschbar? Ist Subjektivität im Forschungsprozess gewinnbringend oder ein Hemmnis? Wie kann Subjektivität von Forschenden in der Darstellung ihrer Forschung berücksichtigt werden? Die an der Diskussion beteiligten Professoren Jörg Frommer, Winfried Marotzki, Fritz Schütze, Gerhard Riemann, Heinz-Hermann Krüger und die Professorin Ursula Rabe-Kleberg legten ein deutliches Gewicht auf die unhintergehbare, aber produktive Rolle von Subjektivität. Darüber hinaus wurde in dieser Diskussion deutlich, dass es eine intersubjektive und universelle Basis gibt, auf der sich qualitative bzw. rekonstruktive Forschung bewegt.
Mit einer Beteiligung von 20 Referenten und über 65 Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet blicken die Organisatoren auf eine erfolgreiche Tagung zurück.
Mehr Informationen dazu und zum 11. Bundesweiten Methodenworkshop gibt es auf der Homepage www.zbbs.de oder bei Kathrin Hirschmann, E-Mail: zbbs@gse-w.uni-magdeburg.de.
Kathrin Hirschmann

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster