Studieneignungstest

Studieneignungstest an der Fakultät für Informatik

Habe ich mich richtig entschieden?


Ich möchte Informatik studieren, steht für viele Abiturienten fest. Doch haben sie sich richtig entschieden und aus den 64 Studiengängen, die die Universität anbietet, wirklich den ausgewählt, der ihren Neigungen und auch ihren Fähigkeiten am besten entspricht? Ein Studieneignungstest könnte den Zweiflern Mut machen und den Ungeeigneten eine rechtzeitige Umorientierung ermöglichen, dachten sich Prof. Dr. Dietmar Rösner und Michael Piotrowski von der Fakultät für Informatik.

Kein Schulwissen abfragen

Gemeinsam entwickelten sie Testfragen, orientiert an Eignungstests anderer Universitäten. Die Nachfrage zeugt vom Bedarf - allein zum diesjährigen Tag der offenen Tür testeten 33 Teilnehmer ihre logisch-kombinatorischen Fähigkeiten, ihr Verständnis einfacher informatorischer Konzepte und ihr englisches Sprachverstehen. "Der Test soll kein Abfragen von Schulwissen sein", betont Professor Rösner. "Vielmehr geht es darum, die Fähigkeit zur Problemlösung, zum abstrakten Denken zu testen. Die relativ allgemeinen Handlungsanweisungen, die im Test gegeben werden, sind dann auf die konkreten Aufgaben zur Lösung anzuwenden. Alle Schwerpunkte des Tests sind auch Themen im Studium." Und dass einige Anweisungen im Test auf Englisch gegeben werden, kommt nicht von ungefähr. "Der überwiegende Teil der Fachliteratur ist in englischer Sprache. Ohne gutes Englisch geht es nicht", unterstreicht Michael Piotrowski.

Neben der Entscheidungshilfe für Studieninteressenten ist der Studieneignungstest gleichzeitig auch eine Demonstration von ECQuiz. ECQuiz ist ein Bestandteil der eduComponents, einer Sammlung von Softwarekomponenten zur elektronischen Unterstützung der Lehre, die Michael Piotrowski und Mario Amelung in ihren Promotionen entwickeln. Seit mehreren Semestern werden diese frei verfügbaren Module sowohl in allen Lehrveranstaltungen der Arbeitsgruppe Wissensbasierte Systeme und Dokumentverarbeitung, Leitung Prof. Dr. Dietmar Rösner, als auch an anderen Institutionen erfolgreich eingesetzt.
"Im Anschluss an die Tests kam es zu sehr interessanten Gesprächen mit den Schülern", erinnert sich Michael Piotrowski. "Jedoch ist es für uns derzeit noch schwierig, die Testergebnisse einzuordnen, da uns Vergleichsdaten fehlen." Das soll sich ändern. Ab diesem Wintersemester werden alle neuen Studierenden den Test durchführen. Der Vergleich der Testergebnisse mit späteren Studienleistungen ermöglicht dann eine gewisse Prognose. "Die wird aber nie absolut sein können", unterstreicht Professor Rösner nachdrücklich, "da der Studienerfolg von vielen Faktoren abhängt. Auf jeden Fall aber kann der Test eine Anregung sein, über die Studienmotivation, über Pläne und Ziele nachzudenken."
Ines Perl

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster