X. Videoexpostion um dem Filmpreis "Känguru"

Leben in seiner ganzen Vielfalt spüren


Die Stimmung im Opernhaus am Universitätsplatz hätte besser nicht sein können. Mehr als 700 Studierende der Universität hatten das Opernhaus "okkupiert", um an der Verleihung des "Känguru"-Filmpreises in Gold, Silber und Bronze, der in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben wurde, teilzunehmen. Insgesamt 13 Filme sind eingereicht worden, neun Filme wurden zur Präsentation ausgewählt und der Jury für die Verleihung der "Känguru"-Preise und zum ersten Mal des Publikumspreises vorgestellt. Der von Prof. Dr. Wilfried Marotzki 1996 im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Pädagogik" initiierte Wettbewerb erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit, die sich an diesem Abend sichtbar und hörbar an der Publikumsmasse zeigte. Die Stimmung jedenfalls war prächtig und steigerte sich von Film zu Film, nicht selten durch Zwischenbeifall erlebbar gemacht.

Auch in diesem Jahr war die Themenwahl der einzelnen Filme nicht durch Vorgaben eingeschränkt. Vielmehr gab es genügend Möglichkeiten, sein Thema individuell unter Nutzung differenzierter audiovisueller Mittel und Techniken, durch Musik und Animation zu bearbeiten. Zwischen sechs und 13 Minuten waren die Beiträge lang, beeindruckten neben der inhaltlichen Vielfalt oft durch raffinierte Kameraführung und gewagte Schnitttechnik. Und so mancher Studierende in der Filmcrew überraschte seine Kommilitonen mit seinen schauspielerischen Talenten, manchmal auch in gewagten Einstellungen. Insgesamt war erstaunlich, dass die Studierenden des 1. Semesters der Studiengänge Medienbildung, Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, und Computervisualistik, Fakultät für Informatik, doch schon ein so ausgeprägtes handwerkliches Können im Umgang mit der Medientechnik aufweisen. Dies ist sicher auch ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Audiovisuellen Medienzentrum der Universität und der Nutzung dortiger Technik.

Der Rektor der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg, Prof. Dr. Dieter Wiedemann, stellte in seinem Vortrag mit kritischen Anmerkungen zu gegenwärtigen Erscheinungen der Medialisierung aller Bereiche der Gesellschaft einen Zusammenhang zwischen Entwicklung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Arbeit her und beleuchtete den Zusammenhang zwischen Medienpädagogik und künstlerischem Prozess.

Er betonte, dass man einem Realitätsverlust durch Medien und Mediengestaltung entgegenwirken müsste und hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Medien als "Geschichtenerzähler" hervor.

Highlight zu Beginn der Veranstaltung war ein Trailer mit kurzen Sequenzen aus allen in den vergangenen zehn Jahren erarbeiteten Filmen, der das Publikum in die richtige Stimmung versetzte und es den charmanten Moderatoren leicht machte, die einzelnen für den "Känguru"-Preis nominierten Filme vorzustellen.
Prof. Dr. Herbert Henning

Preisträger 2006

Missing Part - Goldenes Känguru
Sprachlos - Silbernes Känguru
LC 3000 - Silbernes Känguru
Eure Bescherung - Bronzenes Känguru
AG 3 - Publikumspreis

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster