Wirbelschichtforschung der Universität Magdeburg erhält Förderung für internationale Kooperationen

11.07.2016 -  

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und ihre Partner unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Internationalisierung in Forschung und Innovation. Dafür wird der regionale Wachstumskern „Wirbelschicht- und Granuliertechnik“ (WIGRATEC), ein Zusammenschluss aus der Universität Magdeburg, der Hochschule Anhalt und elf kleinen und mittleren Unternehmen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit bis zu 4 Millionen Euro gefördert. Sprecherunternehmen von WIGRATEC und Antragsteller ist die Pergande Gruppe aus Sachsen-Anhalt. Der Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik und die Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik der Universität Magdeburg sind seit Gründung im Jahr 2009 am Netzwerk WIGRATEC beteiligt.

 

Wissenschaft und Wirtschaft regional und international vernetzen

Die Hightech-Strategie der Bundesregierung ermöglicht diese „Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken“. Ziel der Projektförderung ist die Zusammenarbeit von international führenden Netzwerken zur Bündelung deren komplementärer Kompetenzen. In der 2. Förderrunde wurden von einem internationalen Expertenteam bundesweit nur 11 Projektanträge, 2 davon aus Sachsen-Anhalt, zur Förderung vorgeschlagen. Im bewilligten Antrag des Netzwerkes WIGRATEC wird eine Zusammenarbeit mit der niederländischen Fachgruppe für Trocknungstechnik „Nederlandse Werkgroep Drogen“ gefördert. Dem niederländischen Netzwerk gehören über 90 Mitglieder aus Industrie und Forschung an.

Ziel der Kooperation ist es, die Kompetenzen des Netzwerkes WIGRATEC im Bereich des Apparate- und Anlagenbaus mit den Kompetenzen der niederländischen Fachgruppe im Bereich der Produktentwicklung im Food- und Feed-Markt zu vereinen. Hierbei sollen gemeinsam neue verfahrenstechnische Lösungen im Bereich des Apparate- und Anlagenbaus entwickelt und weltweit vermarktet werden.

Die Herstellung von Granulaten mit einer definierten Struktur und Zusammensetzung mittels der Wirbelschicht­technologie ist ein Verfahren, bei dem die Industrie und Forschung aus Sachsen–Anhalt weltweit führend ist. Diese Produkte zeichnen sich durch eine hohe Wertschöpfung aus“, erläutert Junior-Prof. Dr. Andreas Bück, Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe Wirbelschichttechnik, kurz NaWiTec. „Anwendungsfälle reichen von Wirkstoffen in der Pharmazie bis hin zu Instant-Nahrungsmitteln im Lebensmittelbereich, der uns hier besonders interessiert.“ Ziel sei die Produktion nachhaltiger, gesunder und funktioneller Lebens- und Futtermittel. Eine besondere Herausforderung bei Futter- und Lebensmitteln sind die zu verarbeitenden Inhaltsstoffe. So sind beispielsweise Enzyme und Vitamine wenig hitzebeständig, sollen aber nach der Wirbelschicht-Trocknung weitestgehend erhalten bleiben. Andere Inhaltsstoffe müssen verkapselt werden, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen.

„Profiteure der neu zu entwickelnden Verfahren und Apparate sind im Wesentlichen Unternehmen des Mittelstandes aus Sachsen-Anhalt“, erklärt Honorar-Prof. Mirko Peglow, Sprecher des Netzwerkes WIGRATEC und Geschäftsführer der Pergande Gruppe. „Somit dient dieses Projekt der nachhaltigen Stärkung des Leitmarktes des Wirtschafts- und Wissenschaftsministeriums des Landes Sachsen-Anhalt ‚Energie, Maschinen- und Anlagebau, Ressourceneffizienz’ mit dem Schwerpunktthema Partikel- und Wirbelschichttechnik.“

Geplanter Projektstart ist das 4. Quartal 2016.

 

Letzte Änderung: 13.04.2017 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk