Universitätscampus so international wie nie zuvor

12.11.2015 -  

Nach dem Ende der Einschreibefrist für ausländische Studierende an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist ihr Anteil an der Gesamtstudierendenzahl auf 16 Prozent gestiegen und damit so hoch wie nie zuvor. An der Universität Magdeburg sind in diesem Wintersemester 14.427 Studierende immatrikuliert. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir einmal mehr als äußerst attraktiver Studienstandort weit über die Ländergrenzen hinaus wahrgenommen wurden. Es zeigt, dass es der Universität wie wenigen Einrichtungen im Land gelingt, tausende Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen und Nationalitäten zusammenzubringen, ihre Unterschiedlichkeiten und manchmal auch Reibungen auszuhalten und sie als großartige Bereicherung zu erleben“, so der Rektor der Universität, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan.

Mit umso größerer Sorge nähmen die Wissenschaftler, Studierenden und die anderen Universitätsangehörigen wahr, wie Ressentiments und ausländerfeindliche Übergriffe in ganz Deutschland und auch in Magdeburg scheinbar alltäglich würden, so Strackeljan weiter. „Wir müssen erleben, dass mit Baseballschlägern bewaffnete Rechtsradikale auf wehrlose syrische Geflüchtete einschlagen, dass ausländische Studierende am Bahnhof der Landeshauptstadt nicht nur verbal angegriffen werden. Diese Übergriffe und die damit verbundenen Überzeugungen lassen sich mit unserem universitären Selbstverständnis von Weltoffenheit, Toleranz und Internationalität nicht vereinbaren. Wir fühlen uns für die Sicherheit unserer Studierenden und Wissenschaftler in hohem Maße verantwortlich und stellen uns diesen Tendenzen mit aller Entschiedenheit entgegen.“

Der Zustrom politischer Flüchtlinge stelle auch die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vor neue Herausforderungen, stellt Jens Strackeljan fest. „Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft hat bereits Gasthörer, es gibt zahlreiche Nachfragen bezüglich der Teilnahme an Sprachkursen und am Studienkolleg. Wir rechnen damit, dass wir in den kommenden zwei Jahren eine Vielzahl von Studieninteressierten aus dem Kreis der Flüchtlinge haben werden.“ Die Universität reagierte darauf mit der Einrichtung einer Koordinatorenstelle, die sich in den nächsten Wochen und Monaten intensiv mit den Möglichkeiten und Verfahren einer niederschwelligen Integration studieninteressierter Flüchtlinge in die Universität befassen wird. „Doch ungeachtet der nicht zu übersehenden Schwierigkeiten und großen Herausforderungen wird eine weitere gedeihliche Entwicklung unserer Universität und der Landeshauptstadt nur in weltoffenem, tolerantem und friedlichem Miteinander möglich sein.“ Die Universität Magdeburg habe weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus eine enorm wichtige Bedeutung für den internationalen Austausch, sei es in Forschung, Lehre, Wirtschaft oder Kultur. „Wir sind Vorreiter bei der Lösung gesellschaftlicher Probleme und Herausforderungen, aber wir können unserer Rolle als Impulsgeber für Stadt und Region nur in einem von gegenseitigem Respekt und Weltoffenheit geprägten Klima gerecht werden. Ich möchte mit Nachdruck alle mit der Universität in Verbindung stehende Partner, alle Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darum bitten, sich aktiv für eine weltoffene Universität in einer weltoffenen Landeshauptstadt zu engagieren. Nur eine Universität, die global denkt und handelt, ist zukunftsfähig.“

 

Mehr Informationen unter www.ovgu.de und www.ovgu.de/refugees.html

 

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk