Wissenschaftsrat bestätigt OVGU sehr positive Entwicklung

15.07.2013 -  

Mit dem Gutachten des Wissenschaftsrats (WR) liegt erstmalig eine umfängliche und fundierte Bewertung des Hochschulsystems des Landes Sachsen-Anhalt vor. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) erhält darin vom Wissenschaftsrat in vielen Bereichen sehr gute Noten.

Ausdrücklich wird die ausgesprochen positive Gesamtentwicklung der Universität Magdeburg nach der Neugründung in den vergangenen 20 Jahren gewürdigt und festgestellt, dass die Universität sich zu einer Profiluniversität entwickelt hat, die in den technischen Disziplinen, der Medizin und der Wirtschaftswissenschaft sichtbare Schwerpunkte besitzt.

Auch die Fakultät für Humanwissenschaften, die fast 25 % der immatrikulierten Studenten ausmacht, bietet mit ihren Studienprogrammen eine wichtige Basis, um junge Studierende in die Landeshauptstadt zu holen. Insgesamt kommen nur noch 35 % der Studienanfänger aus Sachsen-Anhalt. Der WR-Bericht empfiehlt eindeutig und ausdrücklich, die jetzigen Studierendenzahlen im Land zu halten und als ein wesentliches Element im Kampf gegen abnehmende Einwohnerzahlen in Folge des demographischen Wandels zu nutzen. Hierzu wird die OVGU auch zukünftig mit einem attraktiven Studienangebot einen aktiven Beitrag leisten. Verstärkt werden soll dieser Prozess durch die Fortsetzung der Internationalisierung der Universität.

Der WR bescheinigt der OVGU eine sehr erfolgreiche Profilierung in den Forschungsschwerpunkten „Neurowissenschaften“, „Dynamische Systeme“ und „Medizintechnik“. Das Zusammenwirken mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen am Standort Magdeburg wird als beispielhaft für das Land bezeichnet. Der WR gibt weiterhin zu erkennen, dass die Forschungsfördermittel des Landes ein zentrales Element dieser Profilierung waren und erhalten bleiben sollten, um diese beeindruckende Entwicklung aufrechterhalten zu können. Die erfolgreiche Arbeit der OVGU innerhalb und außerhalb der Forschungsschwerpunkte lässt sich aus Sicht des Rektorats auch unmittelbar aus der enormen und stetigen Steigerung der für das Land eingeworbenen Forschungsdrittmittel der Universität von 30 Mio. Euro in 2007 auf über 56 Mio. Euro in 2012 ableiten - also annähernd eine Verdopplung innerhalb von nur 5 Jahren. Die konsequente Schwerpunktbildung trägt Früchte, und es ist der strategische Plan der Universität, diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Neben der weiteren Stärkung der drei oben genannten hocherfolgreichen Forschungsschwerpunkte wird die Medizintechnik als übergreifender Schwerpunkt der Ingenieurfakultäten mit enger Anbindung an die Medizin ausgebaut. Der Forschungscampus STIMULATE bietet hierzu hervorragende Voraussetzungen.

Die Medizin ist in Forschung und Lehre ein sehr erfolgreicher und integraler Bestandteil der OVGU und wird in enger Kooperation mit der Klinik weiter gestärkt und ausgebaut.

Das Gutachten enthält eine Reihe von wichtigen Impulsen für die fortschreitende Profilierung aller Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt (LSA) und sieht auch an der OVGU noch Potentiale. Mit der Empfehlung, die Wirtschaftswissenschaft neben den Ingenieurwissenschaften und der Medizin zu einem dritten Schwerpunkt auszubauen, würdigt der Wissenschaftsrat eine bemerkenswerte Aufbauarbeit und bekräftigt zugleich als ein zentrales Entwicklungsziel die verbesserte Integration der Wirtschaftswissenschaft in die Gesamtstruktur der technisch geprägten Universität.

Die Fakultät für Humanwissenschaften hat sich in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich in Richtung der Sozial-, Kultur- und Bildungswissenschaften entwickelt. Die Geisteswissenschaften an einer Profiluniversität wie der OVGU müssen einen anderen Zuschnitt haben, als an den klassischen Universitäten und in ihren Studiengängen die thematische Nähe und interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Medizin und den Ingenieurwissenschaften sowie zu den Wirtschafts- und Medienwissenschaften weiter ausbauen. Die Studiengänge der Humanwissenschaften werden entsprechend der Empfehlung des WR zukünftig noch enger am Gesamtprofil der Universität auszurichten sein. Dieser Prozess darf allerdings nicht zulasten der inhaltlichen und kulturellen Vielfalt gehen, die für die Existenz einer Universität und für den Charakter einer Universitätsstadt unabdingbare Voraussetzungen sind.

Die Lehrerbildung sieht der WR zukünftig an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) verortet. Das Rektorat der OVGU stellt sich diesem Profilierungsprozess im Bereich der Lehrerbildung und bietet das an der OVGU vorhandene Know-how im Bereich Berufspädagogik und Technik für das Berufsschullehramt im Rahmen adäquater Kooperationsmodelle mit der MLU und den Fachhochschulen des Landes an. Gerade für die technischen Fächer ist die Einbeziehung eines fachkompetenten universitären Umfeldes notwendige Voraussetzung für eine zukunftsweisende Lehramtsausbildung.

Der WR weist an mehreren Stellen unzweifelhaft darauf hin, dass in dieser Umstrukturierungsphase von 5 Jahren dem Wissenschaftssystem des LSA insgesamt kein Geld entzogen werden darf. Die Empfehlungen des Wissenschaftsrats bieten aktuell keinerlei Grundlage für Mittelkürzungen in den Hochschulbudgets.

Die Studierenden der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal prägen das Stadtbild, die kulturelle Vielfalt und die wirtschaftliche Entwicklungsfähigkeit der Stadt Magdeburg und der Region. Eine Intensivierung der Internationalisierung und der Kooperation mit der regionalen Wirtschaft werden auch in der Zukunft zentrales Fundament für den Ausbau der Universität Magdeburg als wichtige Entwicklungskraft für die Stadt sein.

 

Die vollständigen Texte der einzelnen Stellungnahmen sind auf der Homepage des Wissenschaftsrates zu finden unter:

Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Landes Sachsen-Anhalt - www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3231-13.pdf

Anlage (Ausgangslagen der Hochschulen) zu den Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Landes Sachsen-Anhalt - www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3232-13.pdf

Hintergrundinformation zum Hochschulsystem des Landes Sachsen-Anhalt - www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/hginfo_2313.pdf

 

Ansprechpartner:
Dr. Volker-Uwe Kirbs, Otto-von-Guericke-Universität, Büro des Rektorats, Tel.: 0391 67- 58683, E-Mail: volker-uwe.kirbs@ovgu.de


Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk