Tanzen versus Ergometer

10.02.2012 -  

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Instituts für Sportwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) möchten Sport- und Neurowissenschaftler untersuchen, welche sportlichen Übungsprogramme den größten Effekt auf die körperliche und geistige Fitness im Alter haben. In einer langangelegten Studie wollen sie Tanzprogramme in der Gemeinschaft mit individuell gestalteten Fitnessprogrammen in Bezug auf die Erhaltung physischer und kognitiver Fähigkeiten untersuchen.

Dafür werden noch sportlich bisher inaktive Probanden im Alter zwischen 65 und 75 Jahren gesucht, die im Zeitraum von Februar bis Dezember 2012 zweimal wöchentlich entweder an einem Tanz- oder an einem allgemeinen Fitnessprogramm teilnehmen. Besonderer Wert wird auf männliche Teilnehmer gelegt.

Nach eingehenden Untersuchungen und Tests werden speziell konzipierte Bewegungsprogramme durch geschulte Übungsleiter vermittelt und trainiert.

Für die Teilnahme an der Studie gibt es eine geringfügige Vergütung. Es sind verschiedene Ausschlusskriterien zu beachten, wie Metallimplantate (Herzschrittmacher, Knie-TEP, Hüft-TEP, Zahnschrauben), Tätowierungen, Tinnitus, Platzangst, Einnahme zentral-nervös wirkender Medikamente gegen Depressionen, Epilepsie, Demenz, Schlafstörungen.

Die Studie umfasst Vor-, Zwischen- und Nachuntersuchungen. Sie wird durch kardiologische sowie neurologische Untersuchungen begleitet. Des Weiteren werden kernspintomografische Aufnahmen (MRT) vom Kopf angefertigt.

Interessenten können sich montags und donnerstags von 11.00 bis 17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0391 67-16682 melden. Es werden keine Paartänze geübt, so dass sich alle interessierten Seniorinnen und Senioren anmelden können.

 

Hintergrund

Laut Demenzreport 2011 sind in Deutschland etwa 1,3 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich mehr als verdoppeln. In Österreich sind es rund 130.000 und 120.000 in der Schweiz. Im Durchschnitt kommen somit rund 1.500 Menschen mit Demenz auf 100.000 Einwohner. Es gilt als gesichert, dass im Alter die Gefahr, an Demenz zu erkranken, exponentiell ansteigt. Daher sollten wesentliche kognitive Funktionen sowie Kompetenzen der Bewegungskoordination möglichst bis ins hohe Alter trainiert werden. Die Studie der Universität Magdeburg soll geeignete Strategien dafür entwickeln. Erste Ergebnisse werden Anfang 2013 erwartet.

 

Ansprechpartnerin:
Prof. Anita Hökelmann, Institut für Sportwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-14727, E-Mail: anita.hoekelmann@ovgu.de

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk