ÖKONOMISCHE ZWÄNGE UND MODERNSTE TELEMEDIZINTECHNIK

07.05.2008 -  

Wissenschaftler der OVGU entwickeln innovative Geschäftsmodelle, um hochmoderne Telemedizintechnik in Krankenhäusern effizient und ökonomisch sinnvoll einsetzen zu können. Um zum Beispiel Schlaganfälle künftig über Kilometer hinweg telemedizinisch zu diagnostizieren und zu behandeln, arbeiten Mediziner, Informationstechniker und Wirtschaftswissenschaftler der OVGU fachübergreifend an tragfähigen Geschäftsmodellen.

Bisher fehlt es an ökonomisch tragfähigen Finanzierungskonzepten, um die neue innovative, aber teure Telemedizintechnik in allen Krankenhäusern einsetzen zu können. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl Medizintechnik und Telematik (Prof. Dr. Georg Rose) sowie dem Institut für Neuroradiologie (Direktor Prof. Dr. Martin Skalej) und der Klinik für Neurologie (Direktor Prof. Dr. Claus-W. Wallesch) führt Prof. Dr. Matthias Raith vom Interaktionszentrum Entrepreneurship der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das Projekt "Telemedical Acute Stroke Care" (TASC) durch. Gefördert wird die TASC-Force vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des neuen Programms "Forschung für den Markt im Team", kurz ForMaT.

Wenn ein Patient in einem Krankenhaus mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert wird, muss bei der Behandlung ein Zeitfenster von nur drei Stunden eingehalten werden, um bleibende Schäden mit hohen Folgekosten zu vermeiden. Auf Schlaganfälle spezialisierte Ärzte sind aber nicht in jeder Klinik verfügbar, könnten Expertenwissen aber von stroke units großer Kliniken abfragen. Technisch ist das Problem bereits lösbar, indem ein auf Schlaganfälle spezialisierter Neurologe mittels telemedizinischer Technologien in die Klinik ohne Fachkraft geschaltet wird, um den Patienten optimal zu versorgen. Bislang existiert aber noch kein ökonomisch tragfähiges Geschäfts- und Abrechnungsmodell. Im Rahmen des TASC-Projektes soll nun bereits bis Ende Oktober ein Finanzierungskonzept vorliegen. Gelingt das Vorhaben, stehen der Aufbau und die technologische Erweiterung des Versorgungsnetzwerks auf dem Plan für die zweite Phase.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Matthias Raith, Interaktionszentrum, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-18436, E-Mail: raith@ovgu.de

 

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