Was war Sprache in der DDR?

10.05.2007 -  

"Was war das einmal: Sprache in der DDR?" lautet das Thema eines Vortrages, zu dem die Gesellschaft für Deutsche Sprache, Ortszweig Magdeburg, und das Institut für Germanistik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg einladen. Der Vortrag findet am Dienstag, dem 15. Mai 2007, um 19.00 Uhr in der Zschokkestr. 32 (Gebäude 40), Raum 427, statt, Referentin ist Prof. em. Dr. Ruth Reiher aus Berlin.

Seit 17 Jahren ist Deutschland wiedervereinigt. 17 Jahre ist es inzwischen her, dass die Sprecher und Schreiber der DDR der Kommunikationsgemeinschaft Bundesrepublik beigetreten sind. Daraus ergeben sich viele Fragen: Was ist in dieser Zeit aus ihrer Sprache geworden? Gab es überhaupt eine eigene Sprache in der DDR? Sind Beurteilungen, Kontakt- oder Todesanzeigen sowie andere Textsorten über 40 Jahre gleich formuliert worden oder haben sich gesellschaftliche Veränderungen auch in der Sprache niedergeschlagen? Gab es in der Bundesrepublik und in der DDR ähnliche sprachliche Entwicklungen? Wie sprechen und schreiben die Menschen der neuen Bundesländer heute? Was ist aus der "Kaufhalle", der "Plastetüte" oder der "Brigade" geworden; haben "Brigadetagebücher" oder "Patenschaftsverträge" auch heute noch eine Chance?
Die Beantwortung dieser Fragen ist notwendig, denn die Sprachgeschichte der DDR ist Teil der deutschen Sprachgeschichte. Sie ist zu dokumentieren, zu beschreiben und zu erinnern als Teil der gemeinsamen deutschen Geschichte.

Das wissenschaftliche Interesse von Prof. Reiher gilt vornehmlich der deutschen Sprache der Gegenwart. In ihren zahlreichen Publikationen behandelt sie vor allem soziale und regionale sowie text- und gesprächssortenspezifische Differenzierungen von Sprache und Sprachgebrauch. In den 1990er Jahren entstanden zahlreiche Untersuchungen über die Sprache und deren Gebrauch in der DDR sowie über die Sprachentwicklung in den neuen Ländern unter besonderer Berücksichtigung von Wende und Vereinigung. Die Ergebnisse dieser Forschungen hat sie in Büchern veröffentlicht wie "Von ,Buschzulage' und ,Ossinachweis'. Ost-West-Deutsch in der Diskussion", "Wer spricht das wahre Deutsch" oder "Vorwärts und nichts vergessen. Sprache in der DDR: Was war, was ist, was bleibt".

Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei, Gäste sind herzlich willkommen.


Kontakt:
Dr. Kornelia Pollmann, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Germanistik; Tel. 0391 67-16640 oder 67-16616; E-Mail: kornelia.pollmann@ovgu.de

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster