MAGDEBURG AUF DEM WEG IN DEN WELTRAUM

18.12.2007 -  

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat die Leitung eines wichtigen biomedizinischen Forschungsvorhabens auf der Internationalen Raumstation (ISS) nach Magdeburg vergeben. Prof. Oliver Ullrich übernimmt ab dem 01.01.2008 für die Fakultät für Maschinenbau der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg die wissenschaftliche Leitung des Projektes TRIPLE LUX A und erhält damit die Möglichkeit, direkt im Weltraum zu forschen und schädigende Einflüsse von Weltraumbedingungen auf das Immunsystem zu untersuchen.

Dafür wird gemeinsam mit der Raumfahrtindustrie (EADS Astrium) eine Versuchsapparatur entwickelt, die 2009 mit dem Space Shuttle zur ISS transportiert und dort im Europäischen Forschungslabor Columbus installiert werden soll. Derzeit wartet das Columbus Modul an Bord des Space Shuttles Atlantis im Kennedy Space Center in Florida auf den Start, der für den 10.01.2008 vorgesehen ist. Die für den Weltraum entwickelten Testsysteme sind aber auch auf der Erde einsetzbar. Sie sollen in der Umweltanalytik verwendet werden, um schädigende Einflüsse auf das Immunsystem nachzuweisen.
Die Fehlfunktion von Zellen des Immunsystems in der Schwerelosigkeit ist eines der wichtigsten ungelösten Probleme der bemannten Raumfahrt. Die Ursachen dafür liegen bisher noch im Dunkeln und stehen im Zentrum der Forschungen von Prof. Oliver Ullrich, der bereits mehrere Projekte des DLR und der ESA (Europäische Weltraumorganisation) zum menschlichen Immunsystem im Weltraum leitet. Im Rahmen des neuesten Forschungsprojektes können die Wissenschaftler das Risiko einer gestörten Funktion des Immunsystems unter den Bedingungen von Langzeit-Raumflügen viel besser erforschen und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen testen. "Technisch sind wir in der Lage, uns an Bord von Raumschiffen über Monate im All aufzuhalten, und noch in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts werden Menschen zum Mars fliegen", beschreibt Prof. Ullrich diese Situation, "aber bis heute verstehen wir nicht einmal die einfachsten Prozesse und Vorgänge, die die Schwerelosigkeit in menschlichen Zellen auslöst".

Außer mit der Raumfahrtindustrie arbeitet Prof. Oliver Ullrich bei diesem Projekt eng mit Prof. Dr.-Ing. Karl-Heinrich Grote von der Fakultät für Maschinenbau der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und mit Prof. Dr. Bertold Hock von der Technischen Universität München zusammen. "Dieses Vorhaben ist ein Meilenstein bei unseren Bemühungen, das Immunproblem im Weltall zu lösen", freut sich Prof. Ullrich, "auch wenn noch ein Ozean von Meilen vor uns liegt, bis der erste Mensch zum Mars fliegt."


Ansprechpartner: Univ.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich, Hon.-Prof. für Weltraumbiotechnologie, Fakultät für Maschinenbau, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Tel.: 0391 67 18522, Fax: 0391 67 12595, E-Mail: oliver.ullrich@ovgu.de

 

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