Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ehrt den Wiener Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Gustav Feichtinger

26.04.2007 -  

Im Rahmen eines Festaktes wurde gestern (25.04.2007) der Grad eines Doktors der Wirtschaftswissenschaft ehrenhalber (Dr. rer. pol. h.c.) durch die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an Prof. Dr. Gustav Feichtinger verliehen.

Der 1940 in Wien geborene Ehrenpromovend, Professor für Operations Research an der Technischen Universität Wien, wurde für seine besonderen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet quantitativ orientierter Wirtschaftswissenschaft geehrt. Prof. Dr. Feichtinger hat sich international einen Namen als vielseitiger Forscher gemacht, der wirtschaftswissenschaftliche Methoden auf ein breites Spektrum von Fragen anwendet und eine außergewöhnliche Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen vorweisen kann. So umfasst die Liste seiner Publikationen bis zum Jahr 2006 bereits 23 Seiten, mit einer gerade in den letzten Jahren stark zunehmenden Tendenz.

Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, unterstrich in seinem Grußwort die Aktualität der Arbeit des österreichischen Wissenschaftlers: "Viele Forschungsschwerpunkte von Professor Feichtinger - Demografie, Theorie des Lernens und sozialabweichendes Verhalten -, weisen Anknüpfungspunkte zu Forschungsfeldern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg auf und haben einen engen Bezug zu Problemen, vor denen gerade die ostdeutschen Länder stehen."

In seiner Laudatio betonte der Magdeburger Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Wäscher die enge Verbundenheit Prof. Dr. Feichtingers mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität. So postuliere der Wiener Wissenschaftler die Einheit der Wirtschaftswissenschaft, die auch für die Magdeburger Fakultät zielführend sei. Die - an deutschen Hochschulen nach wie vor weit verbreitete - Trennung zwischen Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, zwischen Volks- und Betriebswirtschaftslehre sei schädlich für Forschung und Praxis und müsse deshalb überwunden werden. Dies sei im Werk Prof. Dr. Feichtingers in idealtypischer Weise erfüllt. Im Mittelpunkt stehen bei ihm die Effizienz wirtschaftlichen Handelns und der Umgang mit knappen Ressourcen.

Eine weitere Verbindung ergebe sich, so Prof. Dr. Wäscher, durch den Anwendungsbezug der Wirtschaftswissenschaft, deren Ziel die Analyse, Erklärung und Gestaltung realer Phänomene ist. Dies habe in Magdeburg große Bedeutung und spiegele sich auch in dem Werk Prof. Dr. Feichtingers wider, dessen Arbeiten sich etwa mit der Bevölkerungsentwicklung oder der Bekämpfung des Drogenmissbrauchs auseinandersetzen.

Diese gemeinsame Basis hat ihren unmittelbaren Niederschlag in der Magdeburger Fakultät für Wirtschaftswissenschaft gefunden. Eine Reihe von Veröffentlichungen entstand in Zusammenarbeit mit Gustav Feichtinger oder dessen Schülern und Mitarbeitern. Zwei seiner Schüler waren zudem selbst als Professoren an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg tätig.

In seinem abschließenden Festvortrag "Altern-Wachsen-Sterben - Modelle der Populationsdynamik" widmete sich Prof. Dr. Feichtinger einem seiner Hauptforschungsthemen, den Gründen und Herausforderungen des demografischen Wandel.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster