Können wir Gedanken lesen?

 

Mit dem Vortrag "Bildgebende Verfahren in der Hirnforschung: Können wir Gedanken lesen?" von Prof. Dr. Henning Scheich, Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie, Magdeburg, wird die Vorlesungsreihe 12 x Wissenschaft fortgesetzt. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, wird in die Vorlesung einführen. Die Vorlesung findet am Mittwoch, dem 27. April 2005, 18.00 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) im Viktoriasaal des Hegel-Gymnasiums (Geißlerstr. 4, Eingang gegenüber dem Steuben-Denkmal) statt. Der Eintritt ist frei. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zur vierten Vorlesung eingeladen.

Das menschliche Gehirn ist das faszinierendste und komplexeste Organ, was wir kennen. Doch der größte Teil unseres Wissens über die Funktionsweise des Gehirns stammt gegenwärtig noch aus Tiermodellen wie Ratte oder Maus. Nun beginnt eine Kombination von bildgebenden Verfahren wie funktioneller Kernspintomographie (fMRI) und Magnetenzephalographie (MEG) die Erforschung des menschlichen Gehirns zu revolutionieren. Die neue Dimension in der Hirnforschung erlaubt griffige experimentelle Zugänge zu kognitiven Hirnfunktionen des Menschen wie Lernen und Gedächtnis. Gleichzeitig kann dabei die unterschiedliche Aktivität der Nervenzellnetzwerke in jedem Winkel des Gehirns durch die neuen Methoden sichtbar gemacht werden.
Der Vortrag wird eine Einführung in die Methodik von fMRI- und MEG-Untersuchungen geben, die zur Analyse der Spezialisierungen der linken und rechten Hirnhemisphäre eingesetzt werden können. Insbesondere geht es um die Frage, auf welchen Spezialisierungen der Hörrinde die bisher angenommenen, aber nur scheinbaren Trennungen der Sprachverarbeitung links und der Musikverarbeitung rechts beruhen. Von den neuen bildgebenden Verfahren, mit denen die Forscher dem menschlichen Gehirn buchstäblich beim Denken zuschauen können, sind wichtige Einblicke in Hirnmechanismen und deren krankheitsbedingten Ausfall zu erwarten.

Die Reihe der 12 öffentlichen Vorlesungen wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), des Leibniz-Instituts für Neurobiologie und des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme getragen.
Verteilt über das Jahr werden die Partner an 12 unterschiedlichen Plätzen, zumeist außerhalb der Hörsäle, ihre Forschungsarbeiten der Öffentlichkeit präsentieren.

Die nächste Vorlesung findet am Mittwoch, dem 25. Mai 2005 zum Thema "Idea Engineering: Wie man Ideen am Fließband produziert." im Jahrtausendturm/Elbauenpark, statt. Referent ist Professor Graham Horton, Universität Magdeburg.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster