Verdienstvoller Wissenschaftler der Magdeburger Uni wird 65 Jahre

Erhard Forndran, Professor für Internationale Beziehungen und Theorie der Politik, begeht am 26. Januar 2003 seinen 65. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums ehrt das Institut für Politikwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg den Hochschullehrer mit einem Kolloquium mit dem Thema "Zur Bedeutung der Theorie in den Sozialwissenschaften".
Das Ehrenkolloquium findet am Montag, dem 27. Januar 2003, 13.30 Uhr im Senatssaal (Gebäude 05, Raum 205, Universitätsplatz 2) der Universität statt. Als Festredner werden der Dekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, Prof. Dr. Arno Ros, und Prof. Dr. Georg Lohmann, Institut für Philosophie, sowie Dr. Jörg Meyer, Institut für Politikwissenschaft, sprechen. Der Jubilar Erhard Forndran wird von seinen Mitarbeitern und Freunden mit einer Festschrift geehrt, die im Peter Lang Verlag unter dem Titel "Sicherheit in einer neuen Weltära" erschienen ist.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte und Mathematik in Bonn und Berlin, das von der Studienstiftung des Deutschen Volkes unterstützt wurde, begann Erhard Forndran seine wissenschaftliche Laufbahn 1967 an der Universität Bonn, wo er zum Dr. phil. promovierte und 1972 habilitierte. Zwischenzeitlich nahm er einen Forschungsauftrag der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik wahr, war hauptamtliches Mitglied und Vorsitzender der Kommission für Friedens- und Konfliktforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und wirkte in der Senatskommission der DFG für Friedensforschung mit. 1972 nahm er eine Professur für Politikwissenschaft an der PH Neuss an und erhielt anschließend eine Lehrstuhlvertretung für Internationale Politik an der Ruhr-Universität Bochum. Im Jahre 1974 erfolgte die Berufung auf diesen Lehrstuhl. Zwei Jahre später, 1976, nahm der Politikwissenschaftler den Ruf auf den Lehrstuhl für Politische Wissenschaft an der TU Braunschweig an und wurde in verschiedene Funktionen akademischer Gremien gewählt.

Im September 1992 folgte Erhard Forndran dem Ruf als Gründungsdekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften der damaligen TU Magdeburg und wurde im Oktober des gleichen Jahres auf die Gründungsprofessur für Politikwissenschaft berufen. 1993, im Gründungsjahr der Otto-von-Guericke-Universität, wurde auch die Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften gegründet. Professor Forndran hat sich als Dekan, als Leiter des Institutes für Politikwissenschaft und als Mitglied des Fakultätsrates große Verdienste bei der Profilierung von Lehre und Forschung erworben. Seinem unermüdlichen Wirken und engagierten Handeln ist es zu verdanken, dass sich diese Fakultät zum größten Fachbereich der Magdeburger Universität entwickelt hat. Auch die Einrichtung des sehr erfolgreichen Magisterstudienganges im Jahre 1993/94 geht auf seine Anregung zurück. Dieser Studiengang hat ein einmaliges Ausbildungsprofil. In freier Wahl können Studierende Fächer aus der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften mit Fächern aus technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen kombinieren. Diese Kombinationsmöglichkeiten eröffnen eine größere Berufsnähe und auch Berufsperspektiven für die Absolventen.

Prof. Dr. Erhard Forndran war Mitglied des Senats der Magdeburger Universität und hat in diesem akademischen Gremium das Profil der Universität entscheidend mitbestimmt. Neben diesen zeitraubenden Aufgaben in der Hochschulselbstverwaltung hat es der Hochschullehrer dennoch geschafft, auch in der Forschung aktiv zu bleiben. Die Forschungsschwerpunkte des Politikwissenschaftlers kreisen im wesentlichen um die Themenkomplexe Theorie und Praxis der Friedenssicherung; Transatlantische Beziehungen sowie Demokratie bzw. Demokratietheorie; Transformation und Verfassungsstaat. Zahlreiche Bücher und Aufsätze in nationalen und internationalen Zeitschriften zu diesen Themen gehören zum Schaffenswerk des Jubilars. Im vergangenem Jahr erschien von ihm im Nomos-Verlag die Monographie "Demokratie und demokratischer Staat in der Krise?".

In den letzten Jahren hat er sich zudem besonders als Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) engagiert und ist seit zwei Jahren stellvertretender Fachgutachterausschussvorsitzender. Neben der Forschung haben ihm aber auch immer die Lehre und seine Studenten besonders am Herzen gelegen. Sein jüngstes Projekt ist daher nicht von ungefähr die Etablierung eines neuen und in den ostdeutschen Bundesländern einmaligen Masterstudiengangs für Friedens- und Konfliktforschung an der Magdeburger Universität. Der postgraduierte Studiengang beginnt zum Sommersemester 2003. Er verbindet in seinen wissenschaftlichen Grundlagen in besonderer Weise Professor Forndrans theoretisch-analytischen Kenntnisse und Interessen aus jahrzehntelanger Friedensforschung mit den in den internationalen Beziehungen immer stärker zunehmenden Anforderungen an konkrete Konfliktbearbeitung und -prävention. Prof. Dr. Erhard Forndran ist Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Fachverbänden, wie z.B. der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft, der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens und des Studienkreises Internationale Beziehungen.

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