Zum 7. Mal promoviert eine Frau an der Magdeburger Fakultät

Am Dienstag, dem 21. Januar 2003 promoviert Antje Orths, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Elektrische Energiesysteme der Magdeburger Universität. Sie ist damit die 7. Wissenschaftlerin der Fakultät (seit 1965), die diesen wissenschaftlichen Grad erreicht.

Die 35jährige Diplomingenieurin beschäftigte sich in ihrer Dissertation (Thema: "Multikriterielle, optimale Planung von Verteilungsnetzen im liberalisierten Energiemarkt unter Verwendung von spieltheoretischen Verfahren") mit den Folgen des liberalisierten Energiemarktes für die Planung und den Betrieb elektrischer Energienetze. Durch die Liberalisierung des Strommarktes verändern sich die Strategien des Netzausbaues, neben Kostenaspekten müssen verstärkt auch Fragen der Zuverlässigkeit optimiert werden. Gleichzeitig sollen in zunehmendem Maß dezentrale Erzeuger und Energiespeicher, wie z.B. Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke und Batteriespeicher eingebunden werden, die nicht konstant und zu jeder Tageszeit Energie ins Netz liefern. Dadurch verändert sich auch die hierarische Struktur von Energieerzeuger - Energieverteilung - Energieverbraucher. Während bisher Energie von hohen zu niedrigen Spannungsebenen geliefert wurde, gibt es nun auch Einspeisungen auf niedrigen Spannungsebenen. Um diese Aspekte bei der Planung zu berücksichtigen, entwickelte Antje Orths Modelle zur Anwendung mit den aus der Wirtschaftswissenschaft bekannten spieltheoretischen Verfahren.

Antje Orths studierte Elektrotechnik an der TU Berlin und ist seit 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Elektrische Netze und Alternative Elektroenergiequellen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Sie befasst sich forschungsseitig mit der Planung elektrischer Netze.

Die Verteidigung findet am Dienstag, dem 21. Januar 2003, 15.00 Uhr, Gebäude 09/Raum 211, statt. Einer guten Tradition der Alma mater Magdeburgensis folgend, haben Freunde und Mitarbeiter der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik nach dem offiziellen Teil des Promotionsverfahrens einen Umzug in historischen Gewändern zum Denkmal des Namenspatrons der Universität vorbereitet. Gegen 17.00 Uhr, wird sich der kostümierte Zug mit Professoren, Freunden und Mitarbeitern der jungen Doktorin vom Uni-Campus zum Otto-von-Guericke-Denkmal (Alter Markt) bewegen, wo die "frischgebackene doctorin" dem Namenspatron der Universität ihre Referenz erweist und nunmehr unter den Augen der Magdeburger Öffentlichkeit ihre "wissenschaftlichen" Kenntnisse unter Beweis stellen muss.