Erste Juniorprofessoren an Magdeburger Uni

Vor etwa einem Jahr wurden 17 Juniorprofessuren an der Otto-von-Guericke-Universität Magdburg ausgeschrieben. Zahlreiche Bewerbungen waren aus dem In- und Ausland eingegangen. Inzwischen sind 11 Juniorprofessuren besetzt.
Zu den ersten Juniorprofessoren, die im Oktober 2002 an die Magdeburger Universität berufen wurden, gehören Dr. Petra Schweizer-Ries und Dr. Christian Bey.

Das Arbeitsgebiet von Dr. Petra Schweizer-Ries (Jahrgang 1966) ist die Umweltpsychologie. Sie studierte von 1986 bis 1992 Psychologie an der Universität Freiburg und promovierte 1996 an der Universität Heidelberg. Tätigkeiten in Universitäten und Forschungsinstituten folgten auf den Gebieten der sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Aspekte der Solarstromnutzung, der Energieversorgungstechnik und der erneuerbaren Energien. In verschiedenen internationalen Umweltprojekten arbeitete die Psychologin mit Partnern u. a. aus Marokko, Argentinien und Indonesien zusammen. 2001 wurde die junge Wissenschaftlerin mit dem "Photovoltaik Young Professional Award" ausgezeichnet. Seit 1998 ist Petra Schweizer-Ries auch Mitherausgeberin der Zeitschrift "Umweltpsychologie".
Als Juniorprofessorin will sie die sozialwissenschaftliche Solarstromforschung und andere sozialwissenschaftlich-umweltrelevante Themen an der Magdeburger Universität verstärkt und interdisziplinär aufbauen. In der Nutzung moderner Kommunikationsformen sieht sie hervorragende Chancen, sozial- und verhaltenswissenschaftliche Forschungsinhalte in enger Verbindung mit einer interdisziplinären Ausbildung der Studierenden unterschiedlicher Fachdisziplinen weiter zu entwickeln und umweltpsychologische Projekte zu fördern, wie beispielsweise das Vorhaben "umweltpsychologische Untersuchungen gemeinschaftlich genutzter Solarstromanlagen in Europa und Lateinamerika" oder das "europäische Projekt zur Analyse und Förderung der Verbreitung erneuerbarer Energien in Berggebieten weltweit".

Dr. Christian Bey (Jahrgang 1972) ist an der Fakultät für Mathematik der Magdeburger Universität als Juniorprofessor für Diskrete Mathematik berufen. Er legte 1990 sein Abitur an der (ehemaligen) Spezialschule für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik "Georg Thiele" in Kleinmachnow ab. Von 1990 bis 1996 studierte er Mathematik, Physik und Informatik an der Universität Rostock.

Während dieser Zeit absolvierte er Teilstudien an der Universität Eindhoven (1993/1994) und als Fulbrightstipendiat an der University of South California in Columbia (1995/96). Von 1997 bis 2002 war Christian Bey als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Algebra der Universität Rostock tätig, wo er auch 1999 zum Dr. rer. nat. promovierte. Sein Forschungsgebiet ist die Diskrete Mathematik. Von 1999/2000 forschte er im Sonderforschungsbereich 343 "Diskrete Strukturen in der Mathematik". Im Sommersemester 2002 weilte er zu einem Forschungsaufenthalt am Renyi-Institut in Budapest.

In der Medizinischen Fakultät der Universität wurde mit Dr. med. Carsten Boltze (Jahrgang 1970) die Juniorprofessur für Pathologie und mit Dr. med. Andreas Leodolter (Jahrgang 1968) die Juniorprofessur für Molekulare Gastroenterologie besetzt.

Der Gesetzgeber hatte im vergangenen Jahr durch ein neues Hochschulrahmengesetz den Weg für die Einrichtung von Juniorprofessuren geebnet. Die Juniorprofessur ist für maximal 6 Jahre vorgesehen. Sie bietet Forschernachwuchs sehr frühzeitig die Möglichkeit, selbstständig Aufgaben in Lehre und Forschung wahrzunehmen. Für jede Juniorprofessur werden etwa 76.000 Euro als Starthilfe vom Bund bereit gestellt. Die Finanzmittel sollen für Sachausgaben im Rahmen der Forschungsvorhaben dieser jungen Wissenschaftler verwendet werden. Mit der Gewinnung von Juniorprofessoren möchte die Magdeburger Universität hochqualifizierten Nachwuchs auch an ihre Universität binden.

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster