Junge Universität präsentierte sich neun Tage der Öffentlichkeit

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg präsentierte sich vom 06. Mai bis 15. Mai 1999 im größten Einkaufsboulevard der Landeshauptstadt, im Allee-Center, mit ihrem Projekt Uni-live. In einer wohl bundesweit einmaligen Veranstaltung luden nahezu 100 wissenschaftliche Institute, Bereiche, Abteilungen und Kliniken Bürger und Bürgerinnen der Stadt Magdeburg ein, Lehre und Forschung hautnah zu erleben, mitzumachen oder einfach die interessantesten wissenschaftlichen High lights im Experiment zu verfolgen.

In Text und Bild, in Film und Exponaten, in einem nachgestellten Seminarraum sowie bei öffentlichen Demonstrationen auf der Bühne zeigten die neun Fakultäten einen Querschnitt ihrer wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit. Am zentralen Informationsstand wurden täglich etwa 200 Fragen interessierter Besucher aller Altersgruppen von den Studienberatern und den Mitarbeitern des Studentenwerkes beantwortet. Wer nicht soviel Zeit hatte, konnte sich Studienbroschüren und Faltblätter der Fakultäten mitnehmen und sich zu Hause über das vielfältige Studienangebot, das Weiterbildungs- oder Seniorenstudium informieren.

Die Veranstaltungspalette während der neuntägigen Aktion reichte vom Gedächtnistraining über Neuro-Fuzzy-Systeme, vom automatischen Kranmodell bis zum Markenquiz und von musikalischen und tänzerischen Darbietungen bis zur Zaubershow. An einem Versuchsstand konnten die Besucher das Rösten von Kaffeebohnen in der Wirbelschicht erleben und wurden mit einer Tasse dieses köstlichen Trunkes bewirtet. Bis zum letzten Tag war das Modell des spurgeführten Elektrofahrzeugs dicht umlagert. Jung und alt ließ sich von Mitarbeitern und Studierenden die Funktionsweise erläutern und testeten selbst die supermoderne Technik. Ebenfalls erfreute sich die Internet-Surfstation des Rechenzentrums großer Beliebtheit. Auch die Surfstation des Sportzentrums am Seiteneingang des Allee-Centers war ein vielbesuchter Stand. Die historischen Experimente Otto von Guerickes, dargeboten von der gleichnamigen Gesellschaft, fanden ebenfalls immer wieder zahlreiche Zuschauer.

Die Universitätsbibliothek zeigte neben bibliophilen Ausgaben, wie "Neue Magdeburger Experimente über den leeren Raum", auch Lehr- und Fachbücher ihrer Wissenschaftler in Printform und dem Trend moderner Kommunikationstechnologien entsprechend die Wissenschaft auf CD-ROM. Und wer noch etwas für einen guten Zweck tun wollte, konnte in der oberen Etage des Allee-Centers an einer Knochenmarkspendesuchaktion teilzunehmen.
Die täglich fünf stattfindenden Vorlesungen und Demonstrationsversuche rundeten das breitgefächerte Angebot an den 27 Informations- und Beratungsständen ab und veranschaulichten in beeindruckender Weise, die Lehr- und Forschungsarbeit der Universität. Daneben gab es eine Menge bunter Sport- und Kulturveranstaltungen.

Die Idee dieses Projektes war, so Volker Zehle, Dezernent für Studienangelegenheiten der Magdeburger Universität, auf die Bürger und Bürgerinnen sowie die Gäste der Landeshauptstadt zuzugehen und außerhalb der Universität über Lehre und Forschung zu berichten. "Der Campus liegt zwar in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums, dennoch haben viele Bürger den Weg noch nicht zur Uni gefunden. Mit dieser etwas "außergewöhnlichen" Aktion wollten wir einfach die "Hemmschwelle" zur Wissenschaft abbauen. Themen und Vorträge wurden so ausgewählt, daß wir uns in der Öffentlichkeit eine große Resonanz erhofften, wie beispielsweise bei den Vorlesungen "Sprachspezialitäten in Magdeburg und Börde", "Herzinfarkt" oder "Wird es in der Zukunft das Ein-Liter-Auto geben?". Wichtig war uns ebenfalls, die Vorlesungen spannend für Laien darzubieten und das Interesse an der Wissenschaft zu wecken. Jeder konnte im Anschluß an die Vorlesungen oder Experimente den Wissenschaftlern und Mitarbeitern Fragen stellen. Unsere Mühen haben sich gelohnt, wir sind sehr zufrieden über den Erfolg dieser Aktion, das zeigt nicht zuletzt die alle Erwartungen übersteigende Besucherzahl und das rege Interesse an den rund 200 Veranstaltungen", so der Dezernent. "Unser Dank gebührt natürlich dem Centermanagement mit Axel Diewald für die großzügige technische und finanzielle Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Projektes und auch allen Universitätsangehörigen, die zum hervorragenden Gelingen dieser professionellen Präsentation beigetragen haben."

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner: Webmaster