Gaudeamus igitur! - Ottos Uni einmal anders

Magdeburg ist seit 1952 Hochschulstadt, seit 1993 gar Universitätsstadt. Traditionelle Studentenlieder, wie "Gaudeamus igitur", lustige Weisen, wie der wütend sich im Bette wälzende "Kurfürst Friedrich von der Pfalz" bis hin zu Volksliedern hatten hier bislang nur sporadisch eine Heimstatt.

Im Gegensatz zu altehrwürdigen Universitätsstädten, wie Jena, Greifswald oder Leipzig, wo man zu DDR-Zeiten, bis zur vorsichtigen Rehabilitierung um 1988, das von der Obrigkeit ungeliebte "Vivat Academia" im internen Kreise trotzig anstimmte, fehlte in Magdeburg eine traditionelle Überlieferung. Im Zuge der Magdeburger Studententage lud nun das Institut für Musik der Otto-von-Guericke-Universität auf Initiative von Frau Prof. Monika Köhler zu einem geselligen Abend rund um das Studentenlied. Das wohl bekannteste "Gaudeamus igitur" (lat. Freuen wir uns also") rät, wie die Initiatorin ausführte, sich des Lebens zu erfreuen und das studentische Leben zu genießen.

Nach einer "Vorlesung" von Prof. Tomi Mäkelä zum Studentenlied und dem Hinweis, die Liedtexte als Kinder ihrer Zeit zu sehen und kritisch zwischen den Zeilen zu lesen, übte sich das Publikum unter fachmännischer Anleitung von Frau Prof. Köhler, die mit ihrem "Assistenten" durch das Programm führte, in der praktischen Anwendung scholarischen Liedgutes.
Wenn der Gesang auch trotz ausliegender Textbücher und dem dazugehörigen Trunk noch holperte, war das allseitige Vergnügen um so größer. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Auftritt des Kabaretts "Prolästerrates für Studienungelegenheiten". Studierende des Instituts für Musik unter Leitung von Manfred Herbst erfreuten das Publikum mit Ausschnitten aus dem neuen Musicalprojekt.

Der gelungene studentische Liederabend war ein Versuch, der angesichts der Publikumsresonanz zu Hoffnungen berechtigt und nach Wiederholungen geradezu verlangt. Vielleicht klappt's dann auch bald mit dem Gesang!