25 Jahre Universität Magdeburg

25 Jahre Uni Magdeburg - das ist ein Vierteljahrhundert ausgezeichnete Lehre und exzellente Forschung. Aus dem Zusammenschluss der Magdeburger Technischen Universität, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie ist in den letzten 2,5 Jahrzehnten ein abwechslungsreicher Studienstandort, wichtiger Partner für Wissenschaft und Wirtschaft sowie Ideengeber für die Stadt geworden.

Viel hat sich in der Zeit an der Universität getan und in den kommenden Jahren soll noch viel mehr folgen. Andrea Jozwiak aus der Pressestelle der Uni war mit Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan auf Campustour, um über die Herausforderungen, Visionen und Wünsche zu sprechen.

 

 

 

Gibt es eine Erkenntnis über die Universität Magdeburg, zu der Sie jüngst kamen?

In den MINT-Bereichen ist es zum Beispiel beim Maschinenbau nicht so einfach, gegen die harte Konkurrenz der großen und attraktiven Städte anzukommen, in die es junge Menschen einfach zieht. Bei fast allen Studiengängen wollen sie nach Berlin. Aber auch Standorte in Niedersachen, wie Braunschweig und Hannover, stellen eine Konkurrenz dar und irgendwo dazwischen sind wir – Magdeburg. Mit unseren Angeboten wie Medizintechnik oder Sport und Technik müssen wir weiterhin junge Menschen herholen und zeigen, dass es hier auch Perspektiven gibt. Während der aktuellen Immatrikulationsphase bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass für die zukünftige Sichtbarkeit die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Fakultäten wichtig ist und wir da einen Fahrplan erstellen müssen.

Welche sind die größten Herausforderungen, vor denen die OVGU in den nächsten 25 Jahren steht?

Der Wettbewerb um Studierende und kluge Köpfe bleibt bestehen. Die Konkurrenz wird immer größer. Positiv ist, dass die neue Generation von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sehr flexibel ist. Genau die müssen wir herlocken. Wir müssen agieren, uns keine Gedanken machen, was wir tun wollen, sondern es einfach mal umsetzen.

Sie selbst sind studierter Maschinenbauer. Wie viel Maschinenbau steckt in der Rolle als Rektor?

Als Ingenieur weiß ich, wie mit wenigen Materialien ein Ziel erreicht werden kann. In der Position als Rektor ist diese Eigenschaft von Vorteil.

Campustour 1

Welches wissenschaftspolitische Problem ließe sich ohne Geld lösen – in Sachsen-Anhalt, bundesweit?

Die Welt ist in Bewegung, wir kommen mit vielen jungen Menschen in Kontakt, die uns kein deutsches Abitur vorlegen. Diese Dinge zu regeln kostet nichts, das Land muss einfach flexibel sein und einen rechtlichen Rahmen haben, in dem das zugelassen ist.

Wird der Mensavorplatz im Jahr 2043 noch Ähnlichkeiten mit dem jetzigen haben?

Veränderungen sind nötig. Der Campus ist ein Ort, an dem sich unsere Studierenden viele Stunden aufhalten, sich wohlfühlen sollen. Daran wird jetzt schon gearbeitet und es gibt viel Potenzial für mehr. Der Mensavorplatz wird vermutlich Zentrum des Gesamtcampus sein und wird sich in Richtung Hafen erweitern.

Was für einen Mehrwert schafft die Verbindung zum Wissenschaftshafen?

Der Transfer von Forschung und die Entwicklung der OVGU kann unmittelbar zum Nutzen von Firmen und der Gesellschaft genutzt werden. Eine Vision ist, dass am Hafen Start-ups platziert werden und Elektrofahrzeuge den Weg dorthin ermöglichen.

 

Wie viele Studierende wird die OVGU 2043, also in 25 Jahren, haben?

14.000, 24.000 oder 34.000? Wir gehen davon aus, dass es mehr als 14.000 sein werden – eher die doppelte Anzahl. Und zwar nicht nur Studierende, die in Magdeburg leben. Die Digitalisierung und das Leben mit neuen Möglichkeiten wird weltweit Veränderungen mit sich bringen, Kurse von uns können dann nicht nur als Video verfolgt, sondern mit Interaktion verbunden werden. Da wird eine ganze Menge passieren und es braucht auch nicht viel Fantasie, um sich das vorzustellen. Ich prognostiziere, dass wir ganz andere Zugänge haben, eine Art offene und flexible Universität werden.

Mit wem würden Sie gern für einen Tag die Rolle tauschen?

Ich würde einen ganzen Tag lang in der Bibliothek verbringen, um die Veränderung der Mediennutzung zu erleben. Mich interessieren eindeutige Fragen, wie dieser Lernort verändert werden muss, damit er auch in 25 Jahren als Bibliothek gilt, was kann modernisiert werden, damit zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Buch abgeben werden kann?

Campustour 2

Bitte ergänzen Sie: Wenn ich einen Wunsch frei hätte ...

… dann würde ich die Orientierung in Richtung der Naturwissenschaften, also der MINT-Fächer, in der jungen Generation etwas steigern wollen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Letzte Änderung: 16.05.2018 - Ansprechpartner: M.A. Katharina Vorwerk